Hingucker der Woche

Die Unsicherheit hält an Der Handelskonflikt hält die Märkte im Griff

Stand: 12.05.2019, 11:18 Uhr

Trumps Drohungen in Richtung China zeigen Wirkung an den Aktienmärkten. Das Spielchen von Aktion und Reaktion dürfte die Stimmung eintrüben. Aber vielleicht gibt es noch Überraschungen von der Berichtssaison.

In der vergangenen Woche sackte der Dax um 2,8 Prozent ab und fiel zeitweise sogar unter die Marke von 12.000 Punkten. Auch die US-Börsen fielen zurück. Dow Jones und S&P 500 verloren auf Wochensicht gut zwei Prozent, der Nasdaq Composite sogar drei Prozent. Für den S&P 500 und den Nasdaq-Composite waren das die bisher größten Verluste auf Wochensicht des Jahres. Auch in den nächsten Tagen wird es wahrscheinlich turbulent zugehen.  

Dow Jones Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
29.339,15
Differenz relativ
+0,18%
S&P 500 Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
3.327,96
Differenz relativ
+0,33%

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
13.526,13
Differenz relativ
+0,72%

Trump macht Ernst, die Märkte taumeln  

Während der laufenden Verhandlungen mit China war in der Nacht zu vergangenem Freitag US-Präsident Trump angekündigte Anhebung der Sonderabgaben auf Importe aus China im Wert von 200 Milliarden Dollar in Kraft getreten. Die Zölle stiegen von bisher zehn auf 25 Prozent. Die Regierung in Peking kündigte bereits „notwendige Gegenmaßnahmen“ an.

Handelsstreit USA China - Dollar- und Yüan-Schein, darauf ein Boxhandschuh Audio

B5 Börse 19.37 Uhr: Handelsstreit bewegt die Börse

 „Da die Finanzmärkte eigentlich in Erwartung eines Handelsabkommens zwischen Washington und Peking einen Wegfall der Zölle nahezu vollständig eingepreist hatten, waren diese Neuigkeiten ein Schock, Seema Shah, Senior Global Investment Strategist bei Principal Global Investors.

Trump geht

Trump geht. | Bildquelle: picture alliance/Evan Vucci/AP/dpa

„Nach den neuerlichen Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump in Richtung China und deren teilweiser Umsetzung ist der Aufwärtstrend an den Börsen erst einmal gestoppt", sagte Robert Greil, Chefstratege der Privatbank Merck Finck. Mit den europäischen Parlamentswahlen vom 23. bis 26. Mai wink gleich der nächste Unruheherd für Investoren. Daher rechnet Greil „nach dem jüngsten Anstieg der Marktvolatilität im weiteren Mai-Verlauf mit anhaltend höheren Schwankungen“.

Bei Deal: Erholungsrally

Es gebe Überraschungspotenzial in beide Richtungen, kommentierten die Analysten der BayernLB. „In Summe zeigt sich ein ungemütliches Bild, Panikstimmung ist jedoch noch nicht auszumachen“, sagt Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege Privat- und Firmenkunden bei Deutsche Bank.

Rebekka Haller, Analystin von MM Warburg meint, ohne Einigung sei mit einem weiteren kräftigen Rücksetzer zu rechnen. Umgekehrt sei im Falle eines Deals eine ordentliche Erholungsrally wahrscheinlich. „Da sich politische Entwicklungen im Zeitalter von Donald Trump kaum vorhersagen lassen, heißt es für den Anleger von daher: Bitte anschnallen und die Nerven behalten.“

Dr. Detlev Landmesser, Chef vom Dienst
Video

Was nächste Woche wichtig wird... [10.5.19]

Wie steht es um die Konjunktur?

Positive Konjunkturnachrichten könnten die Stimmung aber durchaus wieder aufhellen lassen. Am Dienstag werden Daten zur DU-Industrieproduktion veröffentlicht. Am Mittwoch stehen sowohl Daten zur chinesischen Industrieproduktion als auch die US-amerikanischen Einzelhandelsumsätze auf der Agenda.

In Deutschland wird mit den ZEW-Konjunkturerwartungen einer der ersten Frühindikatoren für Deutschland veröffentlicht. Außerdem stehen die deutschen BIP-Zahlen an. Die Dekabank erwartet einen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes um 0,4 Prozent zum Vorquartal. Gestützt werde die Konjunktur durch die Binnennachfrage, während der globale Konjunkturmotor immer noch nicht rund laufe. „Die Industrie bleibt weiterhin ein Bremsklotz, wenngleich sie sich wieder tapfer nach oben gearbeitet hat“, heißt es in Ausblick. Belastende Sonderfaktoren des vergangenen Jahres seien jedoch abgeklungen, so die Deka-Experten.

Harald Krüger, Vorstandsvorsitzender BMW

BMW-Chef Harald Krüger. | Bildquelle: Unternehmen

Auch die Berichtssaison geht weiter: Der Versorger RWE, der Stahlkonzern Salzgitter und der Telekommunikationsanbieter und Internetdienstleister United Internet werden ihre Zahlen vorstellen. Zu ihren Hauptversammlungen werden die Autobauer Volkswagen und BMW einladen. Bei BMW steht am Donnerstag Konzernchef Harald Krüger ebenfalls unter Druck, dessen Vertrag in einem Jahr ausläuft. Nach einem Gewinneinbruch zum Jahresbeginn musste BMW seine Prognose herunterschrauben.

ts

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Die Hingucker der Woche Eon, RWE, ThyssenKrupp

Eon<br/>Am Montag wird der Versorgerkonzern Eon die Zahlen des 1. Quartals vorstellen. Das Geschäft von Eon steht unter Druck. 2018 sorgten geringere Ergebnisbeiträge aus dem Netz- sowie dem Vertriebsgeschäft für einen leichten Rückgang beim operativen Ergebnis. Vor allem im britischen Vertrieb sorgen ein starker Wettbewerb sowie eine im vergangenen Jahr von der Regierung eingeführte Preisobergrenze für Einstiegstarife für Sorgenfalten.<br/>Einen Wachstumssprung erhofft sich Eon von der Übernahme des Energiekonzerns Innogy. Nach dem Zukauf sollen in Europa rund 50 Millionen Verbraucher an Netze von Eon angeschlossen sein. In diesem Bereich rechnen die Essener mit jährlichen Umsatzsteigerungen von 5 bis 10 Prozent. Auch beim Kundengeschäft sieht der Konzern große Wachstumsmöglichkeiten.: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 6 Monate

Eon
Am Montag wird der Versorgerkonzern Eon die Zahlen des 1. Quartals vorstellen. Das Geschäft von Eon steht unter Druck. 2018 sorgten geringere Ergebnisbeiträge aus dem Netz- sowie dem Vertriebsgeschäft für einen leichten Rückgang beim operativen Ergebnis. Vor allem im britischen Vertrieb sorgen ein starker Wettbewerb sowie eine im vergangenen Jahr von der Regierung eingeführte Preisobergrenze für Einstiegstarife für Sorgenfalten.
Einen Wachstumssprung erhofft sich Eon von der Übernahme des Energiekonzerns Innogy. Nach dem Zukauf sollen in Europa rund 50 Millionen Verbraucher an Netze von Eon angeschlossen sein. In diesem Bereich rechnen die Essener mit jährlichen Umsatzsteigerungen von 5 bis 10 Prozent. Auch beim Kundengeschäft sieht der Konzern große Wachstumsmöglichkeiten.