mann mit Fernglas

Nach den Geschenken der letzten Woche Geht die Party weiter?

Stand: 15.12.2019, 10:45 Uhr

Nachdem die Anleger in der vergangenen Woche bereits reichlich beschenkt wurden, könnte die Party diese Woche weitergehen. Doch in der Vorweihnachtswoche ist das Handelsvolumen üblicherweise schon ausgedünnt. Das birgt Gefahren.

In ihren Prognosen räumen Analysten dem Dax bis zum Jahresende durchaus noch die Kraft für einen Anstieg bis auf 13.500 Punkte ein, gut 200 Punkte über dem Schlusskurs vom Freitag. Damit hätte sich der Leitindex der Anfang 2018 erreichten Rekordmarke von rund 13.597 Punkten genähert. Aufs Jahr gesehen würde das einen Anstieg um gut 25 Prozent bedeuten.

Tatsächlich wurden in der Vorwoche die wichtigsten Hindernisse für eine Jahresendrally weggeräumt. Mit dem Teilabkommen im Handelsstreit und dem Verzicht auf neue Sonderzölle hat Donald Trump den Anlegern ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk bereitet. Der glasklare Sieg von Boris Johnson in Großbritannien ermöglicht nun einen geordneten Brexit unter Beibehaltung enger Handelsbeziehungen zur EU. Hinzu kommt die Fortsetzung der ultralockeren Geldpolitik in der Eurozone. "Drei Mal grünes Licht für die Börse", schrieb Marktanalyst Milan Cutkovic vom Devisenhändler Axitrader.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Woche
Kurs
13.526,13
Differenz relativ
+0,72%
Dow Jones (Indikation): Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum 1 Woche
Kurs
29.339,15
Differenz relativ
+0,18%
S&P 500 (Indikation): Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum 1 Woche
Kurs
3.327,96
Differenz relativ
+0,33%

Neue Konjunkturdaten

Auftrieb für die Aktienkurse erhoffen sich Börsianer zudem von den anstehenden Konjunkturdaten. Nach dem Ende des Streiks beim Autobauer General Motors (GM) rechne er bei der US-Industrieproduktion (Dienstag) mit einem kräftigen Plus, sagt Commerzbank-Volkswirt Christoph Balz.

"Im Euroraum dürfte der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe die Hoffnung nähren, dass der Tiefpunkt in der Industrie durchschritten ist." Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck Privatbankiers, rechnet ebenfalls mit anhaltenden Stabilisierungstendenzen – und zwar sowohl auf der Unternehmens- wie auch auf der Verbraucherseite.

Sorgt der neue Ifo für Auftrieb?

"Nachdem das Jahr bis in den Herbst hinein von schwächeren Konjunkturtrends geprägt war, ist diese Stabilisierung eine gute Basis für eine Erholung im neuen Jahr“, meint Greil – und weiter: "Bessere Gewinnaussichten der Unternehmen versprechen auch verbesserte Perspektiven für die Aktienmärkte im Jahr 2020.“

Darüber hinaus steht am Mittwoch der Ifo-Index auf dem Programm, der die Stimmung in den deutschen Chef-Etagen widerspiegelt. Hier erwarten Experten einen leichten Anstieg auf 95,5 Punkte von 95 Zählern.

Ifo-Geschäftsklimaindex November 2019

Ifo-Geschäftsklimaindex November 2019. | Bildquelle: ifo, Grafik: boerse.ARD.de

Über die Kauflaune der heimischen Verbraucher gibt der GfK-Index am Freitag Auskunft. Hinzu kommt das Verbrauchervertrauen in der Eurozone sowie das finale Michigan-Konsumentenvertrauen in den USA.

Vorsicht Hexensabbat

Von den Beratungen der Bank von England (BoE) am Donnerstag erwarten Experten zwar keine Änderungen an der Geldpolitik. Sie versprechen sich aber Hinweise den Konjunkturaussichten nach der Parlamentswahl. Auch die Bank von Japan (BoJ) werde wohl ebenso wie jüngst die US-Notenbank Fed und die Europäische Zentralbank (EZB) die Füße stillhalten.

Hexensabbat

Hexensabbat . | Montage: boerse.ARD.de, colourbox.de

Unabhängig davon verfallen am Freitag Futures und Optionen auf Indizes sowie Optionen auf einzelne Aktien. In den Tagen vor diesem sogenannten "Hexensabbat" schwanken die Aktienkurse üblicherweise stark.

Sind die Weichen für eine Jahresendrally also gestellt? Schwer zu sagen. Denn in der Vorweihnachtswoche sind die Handelsvolumina üblicherweise schon rückläufig. Schlechte oder enttäuschende Nachrichten können dann schnell zu Überreaktionen führen, die Kurse also auf Talfahrt schicken. Nicht auszuschließen ist auch, dass einige Anleger nun zu Gewinnmitnahmen neigen, nachdem es bei den wichtigsten Hürden wie dem Brexit und dem Zollstreit Klarheit gibt und Investoren erstmal verschnaufen wollen.

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<strong>Isra Vision</strong><br/>Am Montag legt der Spezialmaschinenbauer Isra Vision seine Jahreszahlen vor. Das Unternehmen hatte bereits Ende November vor den Auswirkungen der schwachen Konjunktur gewarnt.  Die schwierigen Märkte in vielen Branchen und Regionen hätten im Schlussquartal des Geschäftsjahres 2018/2019 den Auftragseingang und damit auch das geplante Wachstum beeinträchtigt. Genaue Zahlen gibt's nun zu Wochenbeginn.: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Monat

Isra Vision
Am Montag legt der Spezialmaschinenbauer Isra Vision seine Jahreszahlen vor. Das Unternehmen hatte bereits Ende November vor den Auswirkungen der schwachen Konjunktur gewarnt. Die schwierigen Märkte in vielen Branchen und Regionen hätten im Schlussquartal des Geschäftsjahres 2018/2019 den Auftragseingang und damit auch das geplante Wachstum beeinträchtigt. Genaue Zahlen gibt's nun zu Wochenbeginn.

lg