Ein Mann kämpft sich bei Wind und Wetter mit Regenschirm über eine Wiese

Krise im Nahen Osten Finstere Aussichten für den Dax

Stand: 05.01.2020, 12:05 Uhr

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran und die gefährliche Eskalation in der Golfregion sorgen an den Finanz- und Rohstoffmärkten für Unruhe. Die Anleger sollten sich auf schwierige Tage vorbereiten.

Am Freitag hatte der Dax bereits 1,3 Prozent schwächer bei 13.219,14 Punkten geschlossen. Die gezielte Tötung des iranischen Generals Kassem Soleimani durch die USA schürt Spekulationen auf eine militärische Eskalation im Nahen Osten. In der kommenden Woche könnte es deshalb noch tiefer abwärts gehen. "Wenn dieser Konflikt weiter eskaliert, sind Turbulenzen an den Börsen unvermeidlich", warnt Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. Auch ein Börsencrash sei nicht ausgeschlossen.

Dax

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"Nach einem fulminanten Börsenstart in das neue Jahr, vor allem befeuert durch die positive Entwicklung im US-chinesischen Handelsstreit, befinden sich Aktienanleger nur einen Tag später auf dem Boden der Tatsachen", konstatiert Analyst Timo Emden von Emden Research.

"Politische Börsen habe kurze Beine!"

Für die deutsche Wirtschaft wäre eine Eskalation des Konflikts im Nahen Osten eine schwere Belastungsprobe. Hintergrund sei vor allem die hohe Exportabhängigkeit deutscher Unternehmen, wie die Präsidenten des Berliner DIW und des Kieler IfW, Marcel Fratzscher und Gabriel Felbermayr, deutlich machten.

"In diesen Zeiten enormer Unsicherheiten wäre ein Nahostkonflikt das Letzte, das die Wirtschaft verkraften kann", sagte Fratzscher, der Präsident des Deutsches Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), der dpa. Aus Sicht des IfW-Chefs Felbermayr verstärken solche Krisen die politische Unsicherheit und sind damit ein weiterer Faktor, der die Weltwirtschaft belastet.

Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst von CMC Markets, stellt hingegen fest: "Politische Börsen haben kurze Beine und das könnte auch für die aktuelle Situation gelten." Die Börse preise lediglich die erhöhten geopolitischen Spannungen ein. Abgesehen davon, dass der Ölpreis aufgrund des Konflikts naturgemäß weiter anziehen dürfte, wird sich auch ein Blick auf den Goldpreis lohnen, da das Edelmetall in Krisenzeiten gerne als sicherer Hafen angesteuert wird.     

Die Konjunkturdaten der Woche

Trotz des aktuellen Konflikts werden sich die Investoren auch mit den wichtigen kommenden Konjunkturdaten befassen. Besondere Aufmerksamkeit dürften in der Eurozone Zahlen aus der deutschen Industrie und vom deutschen Außenhandel wecken. Daneben werden Analysten und Anleger einen Blick auf die Einkaufsmanagerindizes aus dem Dienstleistungssektor werfen. Analysten der Commerzbank rechnen mit Stabilisierungstendenzen in der deutschen Industrie.

In den USA stehen die Arbeitsmarktdaten für Dezember im Mittelpunkt des Interesses. Experte Christoph Balz von der Commerzbank geht davon aus, dass am Freitag erneut ein "solider Arbeitsmarktbericht" veröffentlicht wird. "Der Arbeitsmarkt dürfte mit einem deutlichen Beschäftigungsanstieg im Dezember die Voraussetzungen schaffen, dass die Konsumlaune anhält", sagte Balz.

ts