Hingucker der Woche

Die 12.000er-Marke bleibt umkämpft Experten rechnen mit Turbulenzen

Stand: 10.06.2019, 11:02 Uhr

Dank frischer Spekulationen um eine Fed-Zinssenkung hatten die Aktienmärkte zuletzt eine grandiose Woche. Aber eventuell freuen sich einige Anleger zu früh, denn im Juni könnten noch einige Turbulenzen bevorstehen.

In der vergangenen Woche legte der Dax 2,7 Prozent zu und ging bei 12.045 Zählern aus dem Handel. An der Wall Street verlief die Woche höchst erfolgreich: Auf Wochensicht ergab sich für den Dow ein Plus von 4,7, für den S&P von 4,4 und für die Nasdaq von 3,9 Prozent. Die Spekulationen auf eine baldige Zinssenkung der US-Notenbank Fed gaben massiven Rückenwind. Experten zufolge wird es in diesem Tempo wohl kaum weitergehen.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.341,97
Differenz relativ
-3,39%
Dow Jones Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
26.383,86
Differenz relativ
-2,11%
S&P 500 Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
3.041,89
Differenz relativ
-2,37%

Kurzfristig könnten die Risiken am Aktienmarkt wieder in den Vordergrund treten, prognostizieren die Analysten der DZ Bank. Laut Investmentanalyst Frank Klumpp von der LBBW haben die Notenbanken mit der am Markt diskutierten Hoffnung auf weitere geldpolitische Lockerungen einen wesentlichen Treiber der Rally zu Jahresbeginn bei Anlegern wieder ins Gedächtnis gerufen.

Marktexperte Neil Wilson von Markets.com warnte jedoch davor, dass nach wie vor nicht klar sei, ob sich die Hoffnungen tatsächlich erfüllen werden. In der Nachlese werde sich der Markt daher in den kommenden Tagen eine Meinung dazu bilden, was die US-Notenbank Fed bei ihrer Sitzung in zwei Wochen zum Thema sagen werde. Die Zinssenkungshoffnung drohe im Zuge dessen vorerst als Kurstreiber wieder zu verblassen.

Frau auf einer grünen Wiese mit Laptop auf dem Schoß reißt die Arme hoch Audio

Dax startet gut in den Juni

Steht ein mieser Juni bevor?

Jochen Stanzl, Marktanalyst bei CMC Markets ist ebenfalls skeptisch: „Noch ist die wieder neu aufgeflammte Zinsfantasie das bestimmende Thema an der Börse. Ob diese allerdings das Potenzial besitzt, die Börsen nachhaltig wieder auf Kurs nach oben und in Richtung Allzeithochs zu befördern, ist dabei mehr als fraglich. Denn den Notenbanken, allen voran der Europäischen Zentralbank, stünden nicht mehr so viele Mittel zur Verfügung, die Märkte bei Laune zu halten, wie es brauchen könnte, eine in einen Handelskrieg schlitternde Weltwirtschaft vor einer Rezession zu bewahren. 

Auch saisonale Faktoren werden bemüht: „Der Juni ist historisch betrachtet schon immer der schlechteste Monat im Jahr für die europäischen Aktienmärkte“, sagte Fondsmanager Michael Browne vom Vermögensverwalter Legg Mason. „Und wenn man sich das aktuelle Geschehen anschaut, wird der diesjährige Juni die Erwartungen mehr als erfüllen.“

Präsident der Federal Reserve Jerome Powell

Präsident der Federal Reserve Jerome Powell. | Bildquelle: Imago

Wie geht es mit Italien weiter?

Zu den Belastungsfaktoren gehört unter anderem auch der EU-Schuldenstreit mit Italien. Wegen der hohen Staatsverschuldung droht die Brüsseler Behörde der Regierung in Rom offiziell mit einem Defizit-Verfahren, an dessen Ende milliardenschwere Strafzahlungen stehen könnten. Deren Auswirkungen auf die Wirtschaft wären zwar gering, sagte Jean-Marie Mercadal, Chef-Anleger des Vermögensverwalters OFI. Sie könnten die Stimmung der Unternehmen aber zusätzlich drücken. Mit 132,2 Prozent der Wirtschaftsleistung war der Schuldenberg des Landes 2018 mehr als doppelt so hoch wie nach den EU-Regeln erlaubt.

Dr. Detlev Landmesser, Chef vom Dienst
Video

Was nächste Woche wichtig wird... [7.6.19]

Bei den Konjunkturdaten wird mit der Sentix-Konjunkturumfrage einer der ersten konjunkturellen Frühindikatoren veröffentlicht. Am Freitag stehen die Daten zur Industrieproduktion in der Eurozone an. Die Rezession in der Industrie der Eurozone wird nach Einschätzung der Commerzbank anhalten. Im April dürfte die Industrieproduktion erneut etwas gefallen sein. Eine Stabilisierung der globalen Nachfrage, insbesondere aus China, sei frühestens in der zweiten Jahreshälfte erwarten. "Darüber hinaus leidet die Industrie unter der Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und China und den drohenden US-Importzöllen für Autos aus der EU."

Industrielandschaft mit Fabrikschornsteinen im Abendrot

Industrielandschaft. | Bildquelle: colourbox.de

Am Mittwoch werden Inflationszahlen aus den USA erwartet, die für die Geldpolitik der Fed stets eine entscheidende Rolle spielen. Am Freitag werden dann noch Industriedaten aus China und den USA erwartet, also von den beiden größten Streitparteien im globalen Handelskonflikt.

ts

1/7

Die Hingucker der Woche Mitten in der HV-Saison

<strong>Adler Real Estate</strong><br/>Am Dienstag hält der Immobilienkonzern Adler Real Estate die HV ab. : Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 6 Monate

Adler Real Estate
Am Dienstag hält der Immobilienkonzern Adler Real Estate die HV ab.