Ein Mann kämpft sich bei Wind und Wetter mit Regenschirm über eine Wiese

Italien und Brexit nehmen Börsen in die Zange Dax - Das macht Sorge

Stand: 17.11.2018, 19:02 Uhr

Die deutsche Industrie warnt vor einem "desaströsen" Brexit - genau danach sieht es nämlich aus. Und dann droht Italien noch ein Strafverfahren. Keine gute Aussichten für den Dax, in der neuen Börsenwoche und darüber hinaus.

In der vorigen Woche hat der Dax unter dem Einfluss der Querelen in London bereits 1,6 Prozent an Wert eingebüßt, er schloss am Freitag bei einem Stand von 11.341 Punkten 1,6 Prozent ein." Es sieht ganz danach aus, als wenn es der zwischen britischer Regierung und EU ausgehandelte Entwurf für ein Brexit-Abkommen nicht durchs Londoner Parlament schafft. Zudem droht May ein Misstrauensvotum im Parlament - einige Medien sprechen davon, dass dies Dienstag stattfinden könnte.

"Zwar ist der Brexit in erster Linie ein Problem für das Vereinigte Königreich und in geringerem Maße auch für das übrige Europa", kommentiert David Riley, Chef-Anlagestratege des Vermögensverwalters BlueBay. "Aber die politische Unruhe in Großbritannien bestärkt allgemein eine breitere Furcht über die weiteren globalen Wachstumsaussichten."

"Harter Brexit wäre desaströs"

"Ein harter Brexit wäre desaströs", warnte Industriepräsident Dieter Kempf. "Er brächte in Europa Zehntausende von Unternehmen und Hunderttausende von Arbeitnehmern auf beiden Seiten des Ärmelkanals in größte Schwierigkeiten", sagte Kempf den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Insbesondere die Branchen Fahrzeug- und Flugzeugbau, Chemie und Pharma, Maschinenbau und Elektroindustrie wären stark betroffen, aber auch viele Dienstleistungen, von Banken bis Tourismus." Kempf rief die deutschen Unternehmen dazu auf, sich auf ein ungeordnetes Ausscheiden Großbritanniens aus der EU vorzubereiten.

Nächstes Kapitel in Italien

Zusätzliche Kopfschmerzen bereitet Investoren der anhaltende Streit um den italienischen Haushalt. Nachdem die Regierung in Rom trotz der Gegenwehr aus Brüssel an ihrer Neuverschuldung festgehalten hat, droht dem Land jetzt ein Strafverfahren. Das könnte die EU-Kommission Insidern zufolge am Mittwoch auf den Weg bringen. Die Kommission werde an dem Tag ihre Stellungnahme zum neuen Italien-Haushalt abgeben, damit sie ein Defizitverfahren gegen das Land beginnen könne, sagten drei EU-Vertreter am Freitag.

Bedrohung für Italiens Banken

Den Italienern könnte an den Kapitalmärkten Ungemach drohen. Analyst David Madden vom Online-Broker CMC Markets sagte, "das italienische Problem könnte den Zündfunken für eine neue europäische Schuldenkrise liefern".

Die höheren Risikoaufschläge für italienische Staatsanleihen belasten Italiens Wirtschaft immer mehr. "Dort werden die italienischen Staatsanleihen bereits auf Niveaus gehandelt, die eine weitere Abwertung der Bonität durch die Ratingagenturen auf Ramsch-Niveau vorwegnehmen", sagen die Experten des Vermögensverwalters Marcard, Stein & Co. Ein solcher Schritt würde die Refinanzierung italienischer Banken stark erschweren.

Das könnte zur Nagelprobe für die Europäische Zentralbank werden. "Die EZB hat sich unter dem Eindruck der letzten Eurokrise dazu verpflichtet, für die Mitgliedsstaaten die Rolle des Kreditgebers in letzter Instanz zu spielen."

Die Kassen klingeln - am Black Friday

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In den USA bleibt die Wall Street am Donnerstag wegen des US-Erntedankfestes Thanksgiving geschlossen. Am darauffolgenden Tag schließen die US-Börsen ihre Pforten vorzeitig. Der sogenannte "Black Friday" gilt als der umsatzstärkste Tag im US-Einzelhandel.

Wegen des Feiertags stehen nur wenige Konjunkturdaten der weltgrößten Volkswirtschaft auf dem Terminplan. Am Mittwoch werden die Frühindikatoren veröffentlicht.

Von der auslaufenden Bilanzsaison erwarten Experten kaum Impulse für den Aktienmarkt. Aus dem Dax öffnet Thyssenkrupp am Mittwoch seine Bücher. Am Dienstag will BASF seine neue Strategie vorstellen, wie der Konzern künftig besser mit dem Niedrigwasser auf dem Rhein klar kommen will.

bs

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