Mann mit Fernglas blickt auf Deutschlandfahne, im Hintergrund USA-Flagge.

Wochenausblick Dax: Wird das wieder so heftig?

Stand: 14.10.2018, 10:44 Uhr

Nach der äußerst turbulenten Börsenwoche werden Anleger auch in der neuen Woche hochnervös bleiben. Die Zahl der Risiken nimmt ja nicht ab. Potenzial genug für den ein oder anderen Kursrutsch. Es gibt aber Hoffnung: Die Berichtssaison in den USA startet richtig durch.

ARD-Börsenstudio: Dorothee Holz
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ARD-Börse: Nationaler Wochenrückblick

Gefahren für Dax & Co gibt es reichlich: rund um Italien, rund um den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union, den Handelskonflikt zwischen den USA und China, die steigenden Renditen am US-Anleihemarkt. Wie sensibel Anleger darauf reagieren können, hat die vergangene Börsenwoche gezeigt. Der Dax beendete die Woche mit einem Minus von fast fünf Prozent.

Positive Überraschungen?

Wird es in der kommenden Woche also ähnlich schlimm? Es könnte in den Brexit-Verhandlungen beim Gipfel zu einer Einigung kommen, glaubt Helaba-Analystin Claudia Windt. Schließlich wäre ein ungeregelter Austritt Großbritanniens aus der EU für alle Seiten ein Desaster.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Woche
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Jenseits dieser Themen, die seit Wochen und Monaten Störfeuer an die Börsen senden, eröffnen sich nun zudem Chancen auf positive Impulse. Denn die Berichtssaison beginnt. Am Freitag ist sie bereits mit drei der großen Wall Street-Banken gestartet, die mit Milliardengewinnen aufwarteten.

In der kommenden Woche folgen die anderen großen Drei: Bank of America, Morgan Stanley und Goldman Sachs. Hierzulande gelten die am Donnerstag erwarteten Geschäftszahlen des Software-Konzerns SAP als Startschuss. Wer berichtet wann? Mehr dazu in: Die Hingucker der Woche.

USA auf Hochtouren

Dow Jones (Indikation): Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum 1 Woche
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"Da die Konjunktur in den USA weiter auf Hochtouren läuft, dürfte in den Vereinigten Staaten generell mit starken Unternehmenszahlen zu rechnen sein", resümiert Analyst Milan Cutkovic von AxiTrader. Er geht daher in der neuen Woche von einer Erholung an der Wall Street aus, die dann auch den Dax stützen könnte.

Optimistisch ist auch Helaba-Expertin Windt bezüglich der Wirtschaftssignale aus den Vereinigten Staaten. Diese dürften "die Sorgen vor einem Abschwung zerstreuen helfen". Auch die Experten der Postbank hoben die "florierende Konjunktur" in den USA bei einer zugleich extrem niedrigen Arbeitslosenquote hervor. Die US-Industrie befinde sich in einem kräftigen Aufschwung, was mit Blick auf die Stimmungs- und Frühindikatoren noch eine geraume Zeit so bleiben dürfte. Die September-Daten zur Industrieproduktion am Dienstag und den Frühindikatoren am Donnerstag sollten das ihrer Ansicht nach belegen.

Die Chancen auf eine zumindest kurzfristige Erholung stünden gut für den deutschen Leitindex, glaubt auch der Analyst Christian Schmidt von der Helaba, der dafür charttechnische Gründe heranzieht.

Aber Vorsicht!

Dagegen warnt Chefstratege Robert Greil von Merck Finck Privatbankiers vor zu "ambitionierten Erwartungen" an die US-Quartalssaison. Mit Blick auf die europäischen Geschäftszahlen und Ausblicke ist er ebenfalls skeptisch. Auf bereits einige Gewinnwarnungen auch hierzulande dürften seines Erachtens noch ein paar weitere folgen.

Zudem dürfte die Stimmung unter den vom Forschungsinstitut ZEW über ihre Konjunkturerwartungen befragten Analysten unter den jüngsten Turbulenzen an den Aktienmärkten und den IWF-Warnungen zum globalen Aufschwung gelitten haben. Bei der Postbank rechnet man für Oktober mit einem Rückgang der Konjunkturerwartungen von minus 10,6 auf minus 14,0 Punkte. Ein noch stärkerer Rückgang sei nicht ausgeschlossen.

Fazit: Alles ist drin

"Sehr gut möglich, dass die zu erwartenden guten Gewinnberichte der Unternehmen in ihrer Wirkung auf die Aktienpreise verpuffen, weil die politischen Unsicherheiten auf die Bewertung drücken", sagt Martin Lück, Chef-Anlagestratege für Deutschland, Österreich und Osteuropa beim weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock. Denkbar sei aber auch, der der große politische Knall ausbleibe und dadurch der Weg für eine Jahresendrally frei werde.

bs

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