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Inflation & Handelskonflikt Dax: Ist alles wieder im Lot?

Stand: 11.03.2018, 14:28 Uhr

Trotz des drohenden Handelskonflikts mit den USA und anhaltenden Zinssorgen haben die Aktienmärkte zuletzt einen Satz nach oben gemacht. Über die frischen Aussichten äußern sich Analysten aber eher zurückhaltend.

In der vergangenen Woche hatte der Dax um 3,6 Prozent auf 12.346,68 Punkte zugelegt. Der Dax notiert trotz der Erholung aber immer noch rund zehn Prozent unter dem Rekordhoch bei 13.596 Punkten vom Januar. In den USA legte der Dow Jones im Wochenvergleich um 3,3 Prozent, der S&P um 3,5 Prozent und der Nasdaq-Index um 4,2 Prozent zu. Ob die Börsen ab Montag die beeindruckende Performance fortsetzen können?

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
11.412,53
Differenz relativ
-0,52%
Nasdaq 100: Kursverlauf am Börsenplatz NASDAQ Indizes für den Zeitraum Intraday
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6.790,01
Differenz relativ
-0,60%
Dow Jones (Indikation): Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
25.064,97
Differenz relativ
-0,88%

Wie steht es um die Inflation?

Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck Privatbankiers, scheint derzeit eher aber nach unten zu blicken. „Die Märkte bleiben im Konsolidierungsmodus. Wichtig ist, dass beim Dax die Marke von 11.900 Punkten hält.“ „Stärker als erwartete steigende Inflations- und Zinstrends gerade in den USA seien mit das wichtigste Risiko für die Börsen“, so der Fachmann.

Am Freitag hatte der US-Arbeitsmarkt diesbezüglich positive Signale gesendet und beim Dow Jones für ein Kursfeuerwerk gesorgt. Während die Beschäftigung im Februar überraschend stark zulegte, blieb die zuletzt stark beachtete Lohnentwicklung hinter den Erwartungen zurück. "Für die Fed ergibt sich aus dem neuen Bericht kein neuer Handlungsdruck", kommentierte Experte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners.

In der kommenden Woche werden einige Inflationszahlen aus Europa und den USA veröffentlicht. Sollte sich hier eine neue Lage ergeben, könnte das den Markt belasten.      

Konflikt könnte eskalieren

Donald Trump blickt skeptisch

Donald Trump. | Bildquelle: picture alliance / newscom

Ein Experte eines Schweizer Vermögensverwalters fügt einen weiteren Aspekt hinzu:  "Die Themen Protektionismus und Inflation sehen wir derzeit als die wesentlichen Investmentrisiken", sagt Salman Ahmed, der Chefanlagestratege bei Lombard Odier. Es bestehe die Gefahr, dass die von US-Präsident Donald Trump beschlossenen Schutzzölle auf Aluminium- und Stahlimporte nur der Anfang seien und weitere Maßnahmen drohten. In diesem Fall könne ein Handelskonflikt jederzeit eskalieren.

Die große Frage für Anleger ist deshalb, welche langfristigen Folgen die Schutzzölle auf die US-Wirtschaft haben könnten. Die Erfahrung zeige, dass ein Land, das solche Zölle einführe, vor allem sich selbst schade, sagt M.M.Warburg-Volkswirt Carsten Klude. "Solange alle anderen Länder weiterhin untereinander Handel treiben, wären die USA der mit Abstand größte Verlierer."

Was sagt uns der Dax-Chart?

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Was nächste Woche wichtig wird... [9.3.18]

Die Fachleute der Helaba werfen auch einen Blick auf die Charttechnik: Es bestünden Zweifel daran, dass der Leitindex über ausreichend Kraft verfügt, um die massive Widerstandszone (12.380/12.418/12.423) nachhaltig zu überwinden. Sollte dies wider Erwarten dennoch gelingen, würden bereits bei 12.455/12.482/12.493 weitere markante Barrieren warten.

Ein weiterer Anstieg sei kurzfristig durchaus noch möglich, meinen die technisch argumentierenden Marktbeobachter von "Index-Radar". „Mit Blick auf die kommende Woche wird die Luft für die laufende Bärenmarktrally aber langsam dünner.“

Konjunktur und Unternehmen

Von Unternehmensseite setzt sich die Berichtssaison noch mit einigen Highlights fort: Die Versorger RWE, Eon und Innogy öffnen ihre Bücher. Geschäftszahlen gibt es neben Adidas auch von der Lufthansa. Daneben berichten etwa der Duftstoff- und Aromenhersteller  Symrise, der Chemiekonzern Lanxess sowie der Düngerproduzent K+S über die Entwicklung im vergangenen Jahr.

Container-Hafen Waltershof in Hamburg

Container-Hafen Waltershof in Hamburg. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Wie bereits angesprochen stehen von Konjunkturseite noch Daten zur Preisentwicklung an. Die Experten der Dekabank erwarten für Februar in den USA einen stärkeren Preisanstieg. Bei den am Dienstag veröffentlichten Daten zur Entwicklung der Verbraucherpreise gehen sie davon aus, dass die Kernrate im Februar auf 1,9 Prozent gestiegen ist nach 1,8 Prozent im Januar. Die Inflationsrate dürfte nach Einschätzung der Dekabank bei 2,3 Prozent liegen.

In der Eurozone dürften Zahlen zur Industrieproduktion die meiste Beachtung finden. "Die Industrieproduktion der Eurozone befindet sich in einem sehr soliden Aufwärtstrend", schreibt die Postbank in einem Ausblick. "Allerdings könnte dieser im Januar einen leichten Dämpfer erhalten haben." Zudem stehen auch noch Daten zu den Verbraucherpreisen auf dem Kalender. Es handelt sich jedoch nur um eine zweite Schätzung.

ts

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