Hingucker der Woche
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Jahresendrally dank US-Steuerreform? Dax: Stimmung und Kurse könnten steigen

Stand: 03.12.2017, 12:18 Uhr

Der US-Senat hat die von den Märkten sehnlich erwartete Steuerreform verabschiedet. Das könnte die trübe Stimmung der vergangenen Woche wieder aufhellen. Also doch noch Jahresendrally?

Auf Wochensicht hatte der Dax zuletzt 1,5 Prozent eingebüßt und am war Freitag auf 12.861 Punkte gefallen. Die Börsen in Europa und an der Wall Street gerieten unter Druck durch eine neue Entwicklung in der Russland-Affäre von US-Präsident Donald Trump. Der Rückschlag geht auf Trumps Konto, in der kommenden Woche könnte es dank Trump aber auch wieder vorwärts gehen.

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum 1 Woche
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EuroStoxx 50: Kursverlauf am Börsenplatz DJ Stoxx für den Zeitraum 1 Woche
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3.210,37
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Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Woche
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11.614,16
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Märkte lieben niedrige Steuern für Reiche und Unternehmen

Grinsender Donald Trump

Donald Trump. | Bildquelle: picture alliance / AP Images

Denn zumindest aus Sicht der Investoren, Unternehmen und der Reichen gab es erfreuliche Nachrichten: Der US-Senat billigte am Samstag eine Gesetzesvorlage zu der von Trump angekündigten Steuerreform, die Firmen deutliche Entlastungen bringen soll. Massive Steuersenkungen für Unternehmen von derzeit 35 auf geplante 20 Prozent könnten bald Wirklichkeit werden. Seit Wochen schon hält dieses Thema die Märkte auf Trab, die Aussicht auf die Reform hat die Wall Street von Rekord zu Rekord getrieben. Der Dow Jones kletterte in der vergangenen Woche trotz des leichten Rücksetzers vom Freitag um 2,9 Prozent.

Da das Abgeordnetenhaus zuvor eine eigene Vorlage verabschiedet hatte, müssen beide Entwürfe noch unter einen Hut gebracht werden, bevor Präsident Donald Trump das Reformgesetz nach abschließenden Abstimmungen in beiden Häusern des Kongresses unterzeichnen kann.

Vorsicht bleibt angebracht

Die Chancen, dass er das noch vor Weihnachten tun kann, sind jetzt groß. Warum insbesondere die Anleger von der Reform profitieren könnten, haben wir hier für sie ausgeführt. Es wäre also durchaus möglich oder wahrscheinlich, dass die Investoren diese Nachricht nach den zuletzt niedrigeren Dax-Notierungen am Montag wieder zum Einstieg nutzen. Milan Cutkovic, Marktanalyst bei AxiTrader, sagte sogar, eine Fortsetzung der Rally - zumindest an der Wall Street - sei garantiert, sollte es grünes Licht geben.

Aber die Anleger sollten auch im Blick behalten, dass insbesondere die Märkte in den USA bereits massiv von den Aussichten auf die Reform profitiert haben. Eventuell könnten sich einige Investoren auch dazu entscheiden, dort Gewinne mitzunehmen.

Bullenmarkt ist intakt

Grundsätzlich sind aber die meisten Fachleute ohnehin optimistisch. "Konjunktur und Geldpolitik wirken weiter fördernd für die Aktienmärkte", sagte Hans-Jörg Naumer von Allianz Global Investor. "Die Kombination aus solidem Makrowachstum und sprudelnden Unternehmensgewinnen einerseits, bei niedrigen Zinsen andererseits, bleibt vorerst erhalten", betonte auch Martin Lück, Chef-Anlagestratege für Deutschland, Österreich und Osteuropa beim weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock.

„Weltweite Aktienindizes wie der MSCI World rennen von einem Allzeithoch zum nächsten. Der strukturelle Bullenmarkt bleibt intakt“, unterstreicht Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck Privatbankiers.

Vor dem US-Arbeitsmarktbericht

US-Arbeitsmarkt: Gut genug für eine Zinserhöhung? . | Quelle: picture-alliance/dpa

Wie intakt die Konjunkturlage derzeit ist, werden die Wirtschaftsdaten der kommenden Woche zeigen. Am Montag werden Auftragseingänge der US-Industrie im Oktober veröffentlicht. Am Dienstagsteht unter anderem der ISM-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor an. Am Freitag freuen sich die Anleger auf den so wichtigen monatlichen  Arbeitsmarktbericht. „Wir erwarten ein solides Beschäftigungsplus bei weiterhin moderatem Lohndruck", sagte die Commerzbank voraus. "Dies sollte reichen, die Fed in zwei Wochen zu einer Zinserhöhung zu bewegen.“

Bei den Unternehmen sollten sich die Anleger den Dienstagabend vormerken. Nach Handelsschluss gibt die Deutsche Börse mögliche Änderungen in den deutschen Aktienindizes bekannt. In Dax, MDax und TecDax bleibt voraussichtlich alles beim Alten. Dagegen steht im Kleinwerte-Index SDax laut Commerzbank-Analystin Petra von Kerssenbrock womöglich ein Wechsel an: Gerry Weber sei akut gefährdet, meint die Expertin. Des Agrarhändler Baywa könnte den Platz des Modekonzerns einnehmen.

ts