Hingucker der Woche

"Vielversprechende Gemengelage" Anleger hoffen auf Rekordhoch

Stand: 19.01.2020, 12:26 Uhr

Der Dax ist nur noch wenige Punkte von seinem Allzeithoch entfernt. In der kommenden Woche könnte der Sprung über die 13.596 Punkte gelingen, denn die konjunkturellen Rahmenbedingungen hellen sich auf.

Am US-Aktienmarkt hat es am Freitag wieder Rekorde gegeben. Sowohl der Leitindex Dow Jones als auch der S&P 500 und die wichtigsten Technologiebarometer erreichten Höchststände, allerdings konnten sie das Niveau nicht halten. Am Montag bleibt die Wall Street wegen eines Feiertages geschlossen.

Der Dow Jones schloss am Freitag 0,2 Prozent fester bei 29.348,10 Punkten. Seine Bestmarke liegt nun bei knapp 29.374 Punkten. Auf Wochensicht ergibt sich damit ein Plus von 1,82 Prozent. Auch der Dax robbt sich immer näher an sein Rekordhoch bei 13.596,89 Punkten heran, während der MDax eine neue Bestmarke erreichte. Wird es in der kommenden Woche klappen?   

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 3 Monate
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Bargeld wird für Aktien ausgegeben

Liu He, Vizepremier China (links) und Donald Trump bei der Unterzeichnung eines ersten Handelsabkommens
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Endlich ein Teilabkommen im Handelsstreit

Vielleicht: Langsam sei der Dax auf dem Weg, sein bisheriges Rekordhoch zu erreichen und zu überschreiten, sagte Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank. "Die Gemengelage ist weiterhin vielversprechend und richtungweisend", so dass in der neuen Handelswoche eine Bestmarke gut möglich sei. Die im vergangenen Jahr spürbare Zögerlichkeit bei Käufen sei verflogen, sagte Olivier Marciot, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter Unigestion. "Eine Reihe von Investoren, die auf Bergen von Bargeld sitzen, beginnen es auszugeben."

Zieht die Konjunktur wieder an?

Starke Konjunkturdaten aus den USA und China sorgen für Optimismus. Genährt werde der Optimismus vor allem von den überraschend starken Zahlen zur chinesischen Industrieproduktion und den Einzelhandelsumsätzen, sagte Analyst Ricardo Evangelista vom Brokerhaus ActivTrades. Offenbar habe die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft ihre Talsohle durchschritten.

Handelskonflikt zwischen USA und China

USA, China: Talsohle durchschritten?. | Bildquelle: imago images / Christian Ohde

Auch in den Staaten sieht es gut aus: "Unsere Wachstumserwartungen für die USA könnten sich als viel zu pessimistisch erweisen", schreibt Edgar Walk, Chefvolkswirt Metzler Asset Management, in seinem aktuellen Marktkommentar. Dafür sprächen nicht nur das jüngst unterzeichnete Handelsabkommen zwischen den USA und China, sondern auch die 2019 sich signifikant verbessernden Finanzierungsbedingungen für Unternehmen und Privathaushalte, meint der Experte.

Absturz abgewendet

Wie sieht es in der Eurozone und in Deutschland aus? Erwartet wird kommende Woche ein weiterer Anstieg der Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten. Nachdem der Indikator des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Dezember auf 10,7 Zähler und damit den höchsten Stand seit Februar 2018 gestiegen war, rechnen Analysten im Januar im Mittel mit einem Anstieg auf 15,0 Zähler.

ZEW-Konjunkturklimaindex Dezember 10,7

ZEW-Konjunkturklimaindex Dezember. | Bildquelle: ZEW, Grafik: boerse.ARD.de

Am Freitag werden die Einkaufsmanager-Indizes für die Industrie und den Dienstleistungssektor für Deutschland und die Euroregion publiziert. Der Absturz der europäischen Konjunktur scheint abgewendet zu sein, allerdings ist zunächst mit einer Fortsetzung der Schwächephase zu rechnen", kommentierten die Volkswirte der Dekabank. Darauf dürften auch die Einkaufsmanagerindizes hindeuten. So sollte der Unterindikator für die Industrie eine anhaltende Rezession in dem Sektor anzeigen. Allerdings dürfte sich eine Stabilisierung auf einem niedrigen Niveau ergeben.

Die Berichtssaison schreitet derweil in den USA voran, während sie hierzulande erst mit den Ende des Monats erwarteten Quartalszahlen von SAP anlaufen wird.

ts