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Nach dem starken September Dax: Bahn frei für neue Rekorde?

Stand: 01.10.2017, 10:43 Uhr

Das Rekordhoch ist nah. Viele Fachleute gehen davon aus, dass die wenigen fehlenden Punkte in der kommenden Woche gewonnen werden können. Wird es ein goldener Oktober an den Börsen?

In der vergangenen Woche hatte der Dax seinen Monatsgewinn im statistisch gesehen kritischen September auf fast sechs Prozent ausgebaut. Dem deutschen Leitindex, der aktuell bei 12.828,86 Punkten notiert, fehlen damit nur noch etwa eineinhalb Prozent bis zu dem im Juni erreichten Rekordhoch von 12 951,54 Punkten.

Auch an der Wall Street lief es glänzend: Auf Wochensicht ergab sich für den Dow Jones ein Plus von 0,2, für den S&P 500 von 0,7 und für die Nasdaq von 1,1 Prozent. Im September legte der Dow 2,1, der S&P 1,9 und die Nasdaq 1,1 Prozent zu. Im Quartal beläuft sich das Plus beim Dow auf 4,9, beim S&P auf vier und bei der Nasdaq auf 5,8 Prozent. S&P-500 und Nasdaq eroberten Rekordmarken.

Dax

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S&P 500: Kursverlauf am Börsenplatz S&P Indizes für den Zeitraum Intraday
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Die 13.000 in Reichweite

Fachleute sind optimistisch, dass auch dem Dax der letzte Sprung bald gelingen wird: "Nach dem guten September ebnen überzeugende Konjunkturindikatoren dem Dax den Weg zu neuen Höchstständen im Oktober", sagte Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck Privatbankiers.

"Die Sehnsucht nach großen Würfen hat auch die Investoren erfasst," erklärte Analystin Claudia Windt von der Landesbank Helaba. Dabei verwies sie auch auf die Steuerpläne von US-Präsident Donald Trump und die vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron skizzierte Vorstellung von den Vereinigten Staaten von Europa.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Mit niedrigeren Euro-Kursen als noch im Sommer sei der Weg für den Dax zur 13.000-Punkte-Marke nun frei, meint auch Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. "Die Skeptiker müssen auf den fahrenden Zug aufspringen, um nicht abgehängt zu werden", schrieb Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets in einem Marktkommentar. Das könne den Dax schnell auf die nächste runde Marke von 13 000 Punkten befördern.

Was ist schon sicher an den Börsen?

Welche Faktoren können den Rekord noch verhindern? Zum einen herrscht eine gewisse Ungewissheit aufgrund des Ausgangs der Bundestagswahl. Carsten Mumm, Chef-Analyst der Privatbank Donner & Reuschel meint, dass lange Verhandlungen Unsicherheit über Zuschnitt und Position der neuen Regierung bedeuten würde, wodurch die Börsen tendenziell belastet werden."

Dr. Martin Lück

Dr. Martin Lück. | Bildquelle: BlackRock

Hinzu kommt, dass auch die Krise um Nordkorea für Störfeuer sorgen könnte, auch wenn sich die Märkte insgesamt bislang eher unbeeindruckt gezeigt haben. Eine militärische Eskalation halten wir weiterhin für sehr unwahrscheinlich, betont Martin Lück, Chef-Anlagestratege für Deutschland, Österreich und Osteuropa beim weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock. Hier erfahren Sie mehr über Blackrock. "Weniger erfreulich ist, dass eine Lösung des Konflikts nur mit China möglich ist. Und solange China daran kein echtes Interesse hat, wird uns das Nordkorea-Risiko erhalten bleiben."  

Marktexperten Franz-Georg Wenner vom Börsenstatistik-Magazin argumentiert aus charttechnischer Perspektive: Der Ausbruch über die bisherige Bestmarke könne trotz einer ungebrochenen Aufwärtsdynamik schwieriger werden als der Anlauf darauf. So seien bei Aktien wie Indizes kleinere Rückschläge nicht selten, bevor ihnen schließlich der Ausbruch über bisherige Höchststände gelinge.

Der US-Arbeitsmarktbericht kommt

Natürlich sind auch die kommenden Konjunkturdaten von Bedeutung. Am Montag erhalten wir durch den ISM-Index ein Stimmungsbild für die US-Industrie. Er gilt als verlässliches Signal für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes.

US-Arbeitsmarkt. | Quelle: picture-alliance/dpa

Besondere Aufmerksamkeit verdient der monatliche US-Arbeitsmarktbericht.  Hurrikan Harvey könnte die US-Arbeitsmarktstatistik für September durcheinander gewirbelt haben, schrieb Analyst Christoph Balz von der Commerzbank. "Verlässliche Daten gibt es wohl erst im November." Außerdem stehen unter anderem die europäischen Einzelhandelsumsätze und die Auftragseingänge der deutschen Industrie auf dem Terminplan.

ts