Hingucker der Woche

Über 12.000 Punkte – und darüber hinaus? Dax-Rally: Fortsetzung nicht ausgeschlossen

Stand: 07.04.2019, 11:24 Uhr

Bislang läuft es am deutschen Aktienmarkt ausgezeichnet. Und die Rally könnte sogar noch weiter nach oben führen, meinen Experten – weil noch nicht alle Anleger an Bord sind.

Allein in der vergangenen Woche hatte der Dax rund vier Prozent zugelegt. Seit Jahresbeginn hat er etwa 14 Prozent gewonnen. In den USA stiegen Dow Jones und S&P 500 jeweils rund zwei Prozent, der Nasdaq rückte um 2,7 Prozent vor. Nun fehlen dem weltweit wichtigsten Börsenbarometer nur noch etwas mehr als 500 Punkte oder 2 Prozent bis zum Höchststand von Anfang Oktober 2018.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
13.180,23
Differenz relativ
-0,38%
Dow Jones Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
27.777,62
Differenz relativ
0,00%
S&P 500 Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
3.096,70
Differenz relativ
+0,10%

„Mehr Hoffen als Bangen“

Viele Fachleute sind der Ansicht, dass sich der Aufschwung fortsetzt. Allerdings könnte die endlose Brexit-Story dazwischenfunken. Gleichwohl meint Analyst Manfred Bucher von der BayernLB: „Viele Investoren sind immer noch defensiv positioniert, was die Erholung unterstützt“, so der Experte. „Mehr Hoffen als Bangen“ sei das Motto in der Erholungs-Rally gewesen, sagt Bucher - hoffen auf ein gutes Ende der US-chinesischen Handelsgespräche.

Bei diesem Thema scheint es Fortschritte zu geben. Trump hatte am Donnerstag erklärt, dass ein Abkommen innerhalb von vier Wochen möglich sei – und es werde ein „großartiges Abkommen“. Tai Hui, Chef-Anlagestratege für den asiatisch-pazifischen Raum bei der Vermögensverwaltung der US-Bank JPMorgan ist etwas zurückhaltender: „Eine weitere wichtige Frage ist, ob eine Einigung die Stimmung in der Wirtschaft heben und den Welthandel ankurbeln kann."

Analyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader warnt: „Bis es aber nicht zu konkreten Schritten kommt, steht die aktuelle Rally auf wackeligen Beinen.“ Sollte sich in den von Trump genannten vier Wochen nichts tun, könne es relativ schnell zu einer Trendwende kommen, fürchtet der Fachmann. .

Donald Trump und Xi Jinping

Donald Trump und Xi Jinping. | Bildquelle: Imago

Die Unsicherheit ist sicher

Derzeit nährt die Rally sich selbst, die Risiken treten in den Hintergrund: „Wer jetzt nicht dabei ist, hat als Vermögensverwalter und Fondsmanager Angst vor dem späteren Vorwurf seiner Kunden und Anleger, diese Kaufsignale im Markt immer wieder ignoriert zu haben“, sagt Analyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets.

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Was nächste Woche wichtig wird... [5.4.19]

Auch in der kommenden Woche müssen die Anleger aber auch die Lage in Großbritannien im Blick behalten. Bis Freitag (12. April) muss Großbritannien entscheiden, ob es einen längerfristigen Aufschub des EU-Ausstiegs oder gar einen Rückzug vom Brexit will.

Am Mittwoch werden die Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten wohl unter anderem über Premierministerin Theresa Mays Antrag beraten, den Brexit bis zum 30. Juni aufzuschieben. „Sicher ist im Moment nur, dass die Unsicherheit bleibt“, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners.

Theresa May spricht im britischen Unterhaus. | Bildquelle: picture alliance/Pa/PA Wire/dpa

Die Konjunkturdaten der Woche

In der Eurozone Daten stehen nur wenige wichtige Konjunkturdaten an. Auf dem Programm stehen zwar Kennzahlen zur Entwicklung der Inflation in Deutschland, Frankreich und der Eurozone insgesamt. Allerdings handelt es sich nur um die zweite Veröffentlichung.  Außerdem werden Zahlen zur Industrieproduktion in der Eurozone publiziert.

Am Montag stehen Daten zur Entwicklung der deutschen Exporte auf der Agenda. Zuletzt waren Kennzahlen aus der deutschen Wirtschaft teilweise enttäuschend ausgefallen.

Auch aus den USA erfahren wir etwas zur Inflation. Wie es um das Konsumklima der Uni Michigan steht, erfahren wir am Freitag. Zum Wochenschluss werden auch die Großbanken JPMorgan Chase und Wells Fargo ihre Quartalsbilanzen vor legen. Analysten zufolge hatte die Branche in den ersten drei Monaten mit deutlichem Gegenwind zu kämpfen.

ts

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