Hingucker der Woche

Mit Schwankungen ist zu rechnen Dax: Nachösterliche Unsicherheit

Stand: 02.04.2018, 11:58 Uhr

Zum Glück ist das erste Quartal endlich zu Ende, dürfte sich so mancher Anleger denken. Aber ob es im zweiten Vierteljahr besser läuft – wer weiß! Im Moment raten Experten jedenfalls zur Vorsicht.

Der Dax hatte am Donnerstag mit einem Plus von 1,3 Prozent auf 12.096 Punkten geschlossen.  Die Quartalsbilanz fällt mit einem Minus von 6,4 Prozent aber sehr mager aus. In den USA lief es insgesamt deutlich besser: Im Wochenvergleich legte der Dow 2,7 Prozent, der S&P 500 2,1 Prozent und der Nasdaq-Index ein Prozent zu. Auf Sicht eines Quartals fiel der Dow 2,3 Prozent und der S&P 1,2 Prozent, während der Nasdaq-Index 2,3 Prozent zulegte. Dürfen wir in der laufenden Woche darauf hoffen, dass der Dax nachzieht und am Dienstag mit Schwung in das neue Quartal startet?

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum 1 Woche
Kurs
25.058,12
Differenz relativ
-0,03%

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Woche
Kurs
12.561,42
Differenz relativ
-0,98%
S&P 500: Kursverlauf am Börsenplatz S&P Indizes für den Zeitraum 1 Woche
Kurs
2.801,83
Differenz relativ
-0,09%

Der Experte rät: Lieber zurückhalten  

Hoffen sollte man natürlich immer, aber gleichzeitig ist es ratsam die Lage möglichst sachlich zu betrachten. Und leider ist es derzeit nicht unwahrscheinlich, dass es weiter abwärts geht. Technisch seien die international führenden Indizes sichtlich angeschlagen, kommentiert Helaba-Experte Markus Reinwand. „Die Bewertungssituation hat sich zwar etwas entspannt, ist jedoch noch nicht hinreichend attraktiv. Gleichzeitig haben wichtige konjunkturelle Frühindikatoren ihren Zenit überschritten. Geopolitik und Handelsstreit sorgen zusätzlich für Verunsicherung.“ Aktienanleger sollten sich also noch zurückhalten, so lautet der Rat des Fachmanns.

„Die Aktienmärkte haben in den letzten Wochen einige Handicaps verarbeiten müssen: Plötzliche Volatilitätsspitzen, Zinsängste, Handelskonflikt, Russland-Krise und die Eintrübung bei IT-Werten“, beschreibt Robert Halver von der Baader Bank die Situation. Die größte Aktienunsicherheit gehe von einer aggressiv-protektionistischen US-Handelspolitik aus. Sie wäre für die weltwirtschaftliche Prosperität ein GAU. Im aktuellen Umfeld bleibe die Börsenverfassung zunächst schwankungsanfällig, ist das Fazit des Marktstrategen Halver. Derzeit lässt sich eine gewisse Eskalation im Handelsstreit zwischen China und den USA beobachten. China verhängt Strafzölle auf 128 US-Produkte.

Gefahr des Ausverkaufs bleibt

Die Marktbeobachter von Index-Radar werfen einen charttechnischen Blick auf den Dax: „Das Kaufinteresse im Bereich um die 11.800er-Marke scheint den Dax auch weiterhin aufzufangen. Doch die Tendenz bleibt aus einer kurzfristigen Perspektive ungeachtet der jüngsten Stabilisierungsbestrebungen noch negativ“, schreiben die Experten. Auf lange Sicht sei die Gefahr eines weiteren Ausverkaufs in Richtung 11.300/11.400 nach einer Atempause groß.

Grinsender Donald Trump

Donald Trump kann auch beim Ostergolfen twittern. | Bildquelle: picture alliance / Michael Kappeler/dpa

Uwe Eilers, Geschäftsführer der FV Frankfurter Vermögen GmbH ist eher optimistisch: „In der Regel beruhigen sich die Märkte um Feiertage wie Weihnachten oder Ostern, da viele Marktteilnehmer, aber auch Unternehmenslenker und Politiker, urlaubsbedingt nicht anwesend sind", sagte er. Aus Mangel an Negativnachrichten dürfte der Dax nach den Verlusten der vergangenen Wochen daher zunächst einmal wohl wieder Boden gut machen.

Wie steht es um den US-Arbeitsmarkt?

Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank rechnet damit, dass sich nach Ostern aktuelle Themen wie Handelskonflikte oder Datenmissbrauch bei Facebook „entweder festigen oder auflösen“. Da es unternehmensseitig ruhig bleibe, werde sich das Marktinteresse zudem „fast vollständig auf die makroökonomische Seite konzentrieren“. „Die USA stehen kommende Woche im Fokus der Märkte. Wichtig ist dabei, dass die Konjunkturdaten weiterhin überzeugen“, prognostiziert Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck Privatbankiers.

US-Arbeitsmarktdaten stehen an. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Die bedeutsamsten Daten werden am Freitag vom US-Arbeitsmarkt erwartet. Der von Volkswirten erwarteten Abschwächung des Beschäftigungszuwachses im März wird ohne größere Sorge entgegen gesehen. Heinrich Bayer von der Postbank spricht von einer "Normalisierung", die einen "anhaltenden Aufwärtstrend signalisiert" und von einer rückläufigen Arbeitslosenquote auf 4,0 Prozent untermauert werden dürfte.

In der Eurozone werden die Inflationsdaten am Mittwoch mit besonderer Aufmerksamkeit erwartet. Experten der Dekabank gehen davon aus, dass die Inflation im März erheblich durch Sondereinflüsse beeinflusst worden ist. Hierzu zählen sie die vergleichsweise frühen Osterfeiertage mit saisonbedingten Preiserhöhungen bei Pauschalreisen. Die Dekabank geht davon aus, dass die Kernrate der Teuerung vorübergehend auf 1,1 Prozent zulegen könnte.

ts