Hingucker der Woche

Dax wieder über solide über 11.000 Anleger hoffen auf Entspannung im Handelsstreit

Stand: 20.01.2019, 13:00 Uhr

Brexit, Bilanzen, Handelsstreit: Diese drei Themen bewegen die Investoren auch in der kommenden Woche. Sollte beim Zollkonflikt zwischen USA und China tatsächlich eine Lösung bevorstehen, könnte es durchaus weiter vorwärts gehen.

Der Dax kletterte über der Marke von 11.000 Punkten. Binnen einer Woche hat der deutsche Leitindex rund drei Prozent zugelegt. Die Wall Street schaffte die vierte Woche mit Kursgewinnen in Folge: Der Dow Jones gewann auf Wochensicht knapp drei Prozent, der S&P 500 2,9 Prozent und der Nasdaq 2,7 Prozent. So könnte es aus Sicht der Anleger natürlich gerne weitergehen.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.289,40
Differenz relativ
+0,24%
Dow Jones (Indikation): Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
27.171,99
Differenz relativ
+0,08%
S&P 500 Ind.: Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
2.984,91
Differenz relativ
+0,29%

Thema Nummer 1: Der Handelsstreit

Und die Chance besteht natürlich: Positiv auf die Stimmung dürften sich Medienberichte auswirken, wonach China ein Angebot plane,den Handelsüberschuss mit den USA bis 2024 auf null zu reduzieren. Den Amerikanern gehe dies aber nicht schnell genug. „Solange keine konkreten Fakten zum Handelskonflikt vorliegen, wird die Gerüchteküche an den Börsen weiter brodeln und zu einem verstärkten Auf und Ab beitragen", betont Finanzanalyst Dirk Friczewsky für Lynx Broker.

Irgendetwas könnte aber in der Tat in Bewegung geraten sein. Das "Wall Street Journal" hatte zuvor berichtet, dass US-Finanzminister Stephen Mnuchin bei der nächsten Verhandlungsrunde mit der Pekinger Regierung Ende Januar eine Aufhebung der Strafzölle auf chinesische Einfuhren vorschlagen will. Das Thema Handelskrieg spiele an den Märkten die dominante Rolle, sagte Everett Millman, Edelmetallexperte bei Gainesville Coins. Es sei noch Luft für eine Erholung an den Märkten, meint Millmann.

Handelskrieg USA China

Handelskrieg USA China. | Bildquelle: colourbox.de

„Es ist zwar so gut wie unmöglich, den Stand der Beziehungen zwischen den USA und China vernünftig einzuschätzen“, sagte Jasper Lawler, Chef-Analyst des Online-Brokers LCG zum Thema. „Dennoch lechzt der Markt nach jeder Schlagzeile. Das zeigt, wie sensibel er auf das Handelsthema reagiert.“ Wir sehen: Es sind Überraschungen in beide Richtungen möglich.  

„Das halten wir auch noch aus“

Sensibel reagieren die Investoren normalerweise auch auf das Thema Brexit. Robert Halver, Marktstratege bei der Baader Bank, beobachtet an den Finanzmärkten aber derzeit noch Gelassenheit. Aber: „Die Börsen wären von einem No Deal-Brexit sicher not amused. Aber nach ein paar wilden Tagen an der Börse wird man sich auch daran gewöhnt haben. Mit Blick auf die Hornhaut an meinen Aktienfingern halten wir auch das noch aus“, meint Halver.

Premierministerin May müsse dem Parlament einen Plan B vorlegen, den sie vermutlich nicht habe, meint die Helaba zum Thema. „Dann dürfte ein zähes Ringen bis zur Abstimmung am 29. Januar folgen und das Eingeständnis, mehr Zeit zu benötigen.“ Analyst JR Zhou vom Online-Broker Infinox meint, da Großbritannien mit leeren Händen dem Austrittsdatum 29. März entgegentaumele, steige der Druck, einen schmerzhaften ungeordneten Brexit zu verhindern.

Theresa May

Theresa May. | Bildquelle: picture alliance / AA

Ifo und ZEW stehen an

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Neben den politischen Themen steht die Berichtssaison wieder als Kursbeweger zur Verfügung. Die angelaufene, schwache US-Berichtsaison für das vierte Quartal 2018 belege, dass eine weiterhin robuste US-Konjunktur mehr Illusion als Realität sei, erklärt Halver. „Laut Analystenschätzungen hat das Gewinnwachstum der US-Unternehmen seinen Höhepunkt hinter sich gelassen.“ Ob das stimmt, bleibt abzuwarten. In der kommenden Woche werden unter anderem IBM, Starbucks, Ford und der Chip-Hersteller Intel ihre Bücher öffnen.

Bei den Konjunkturdaten richten Anleger ihre Aufmerksamkeit unter anderem auf den Ifo-Index, der die Stimmung in den deutschen Chefetagen widerspiegelt. Experten rechnen damit, dass sich diese auch zum Jahresbeginn nicht durchgreifend gebessert hat. Im Dezember sank das Barometer für das Geschäftsklima auf den schlechtesten Wert seit zwei Jahren. Wie es dagegen um die Laune der Börsenprofis bestellt ist, zeigt der ZEW-Index am Dienstag.

ts

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