Hingucker der Woche

Euro contra Unternehmenszahlen? Die Bilanzsaison als Dax-Treiber

Stand: 28.01.2018, 12:26 Uhr

Der Dax wird wohl auch in der kommenden Woche um einen frischen Rekord kämpfen. Fachleute sehen mit einigem Optimismus auf die Bilanzsaison. Aber Vorsicht scheint trotzdem geboten.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Woche
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In der vergangenen Woche hatte der Euro die Hoffnungen auf einen Dax-Durchmarsch in Richtung von 14.000 Punkten zunichte gemacht. Der Dax erreichte zwar ein Rekordhoch bei 13.596,89 Punkten, büßte binnen Wochenfrist aber 0,7 Prozent ein. Wieder einmal fällt auf, wie sehr sich die Wall Street vom hiesigen Aktienmarkt abgekoppelt hat: Im Wochenvergleich legte der Dow Jones um 2,1 Prozent, der S&P 500 um 2,2 Prozent und der Nasdaq 2,3 Prozent zu. Alle drei Indizes markieren Rekordstände. Wird der Dax in der kommenden Woche noch einmal nachziehen?

Erst mal aufwärts

Das wichtigste Thema ist derzeit die auf Hochtouren laufende Berichtssaison. Für viele Experten ist sie der Grund für anhaltenden Optimismus. Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck Privatbankiers meint: „Nach dem guten Start der US-Quartalszahlensaison sollten auch der Zahlenreigen und die Ausblicke europäischer Firmen die Aktienmärkte weiterhin unterstützen.“ Greil schließt daraus, dass in diesem Umfeld der Dax vorerst auf Rekordjagd bleibe.

S&P 500: Kursverlauf am Börsenplatz S&P Indizes für den Zeitraum 1 Woche
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2.915,56
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Nasdaq 100: Kursverlauf am Börsenplatz NASDAQ Indizes für den Zeitraum 1 Woche
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Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum 1 Woche
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26.492,21
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Commerzbank-Experte Andreas Hürkamp teilt diese Einschätzung:  „Wir gehen davon aus, dass der Gewinnboom in den USA die Aktienmärkte im ersten Quartal weiter nach oben treiben wird.“ Aber Hürkamp räumt auch ein, dass ab dem zweiten Quartal die Diskussionen über eine weniger expansive globale Geldpolitik die positiven Gewinntrends überlagern könnten, so dass dem Bullenmarkt eine Pause drohe.

Partybremse Euro

Vorsichtiger ist Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader: "Zwar könnten starke Bilanzzahlen in den nächsten Wochen für positive Impulse sorgen. Sollte der Euro weiterhin steigen, wäre der Traum von 14.000 Punkten aber zunächst einmal ausgeträumt."

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum 1 Woche
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Daniel Saurenz von Feingold Research verweist ebenfalls auf die Eurostärke als Bremsfaktor: „Der starke Euro kommt der EZB ungelegen und auch beim Dax bremst die Währung den Schwung. Ganz klar - Aktien hängen auch vom Währungsmarkt ab und dort hat sich das Blatt gewendet. Der Euro ist momentan Nummer eins und dies stört die Dax-Party massiv", so Saurenz.

In der kommenden Woche dürfen sich die Investoren jedenfalls unter anderem auf die Zahlen von SAP, Siemens, Infineon, Daimler und Deutsche Bank freuen.

Jede Menge Konjunktur

Aber auch von Konjunkturseite erwarten wir eine ganze Welle von wichtigen Daten.     "Die Einkaufsmanager-Indizes in den USA, das Verbrauchervertrauen und die Arbeitsmarktdaten werden nächste Woche wohl alle in die gleiche Richtung laufen - Amerika brummt", glaubt Dirk Rogowski, Geschäftsführer von Veritas Institutional. Hinzu kommen noch die erste Schätzung des EU-Bruttoinlandsprodukts und die Inflationsdaten für die Eurozone und Deutschland sowie die deutschen Arbeitsmarktzahlen.

Weihnachtsgeschäft

Weihnachtsgeschäft. | Bildquelle: picture alliance / Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

„Aus saisonalen Gründen wie beispielsweise Rabattaktionen nach Beendigung des Weihnachtsgeschäfts oder dem Ausverkauf von Winterware geben die Verbraucherpreise in diesem Monat gegenüber dem  Vormonat regelmäßig deutlich nach“, meinen die Analysten der Postbank. In der Summe rechnen sie mit einem leichten Rückgang der deutschen Inflationsrate von 1,7 Prozent auf 1,6 Prozent.

Ein letztes Date mit Frau Yellen

Jerome Powell und Janet Yellen

Jerome Powell und Janet Yellen. | Bildquelle: picture alliance/AP Photo

Beim Treffen des geldpolitischen Rates der US-Notenbank am Mittwoch werde eine Zinserhöhung wohl nicht auf der Agenda stehen, glaubt DZ-Bank-Ökonom Matthias Schupeta. Denn die Notenbankvorsitzende Janet Yellen habe letztmals den Vorsitz in dem Gremium inne und dürfte deshalb keine neuen Weichen in der US-Geldpolitik stellen. Auf Yellen Jerome Powell, der unlängst vom US-Senat als neuer Fed-Leiter bestätigt wurde. Er wird schon die übernächste Sitzung im März leiten und dann auch seine erst Pressekonferenz als Vorsitzender abhalten.

„Eine Änderung der Leitzinsen ist nicht zu erwarten“, sagt auch Commerzbank-Volkswirt Bernd Weidensteiner. Powell werde zunächst auf dem von Yellen vorgezeichneten Weg weitergehen. Weidensteiner rechnet daher - wie von der Fed signalisiert – mit drei US-Zinserhöhungen im laufenden Jahr.

ts

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