Frau auf dem Laufsteg mit wehendem Kleid
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Gewinnrückgang WM und Euro belasten ProSiebenSat.1

Stand: 02.08.2018, 09:22 Uhr

Der ehemalige Staubsauger-Manager Max Conze, der jetzt die Regie bei ProSiebenSat.1 führt, bringt neuen Schwung in den TV-Konzern. Der Gewinn sank weniger stark als erwartet. Die Aktien rappeln sich ein bisschen auf.

Kann der neue ProSiebenSat.1-Lenker die Kurstalfahrt der Fernsehsenderkette stoppen? Seit Jahresbeginn sind die vom Dax in den MDax abgestiegenen Medientitel um rund 22 Prozent gefallen. Auf Ein-Jahres-Sicht beträgt das Minus gar 34 Prozent.

Am Donnerstag geht's endlich wieder aufwärts. Die Aktien legen gut zwei Prozent zu und zählen zu den Top-Gewinnern im MDax. Die Quartalsbilanz von ProSiebenSat.1 macht den Anlegern etwas Hoffnung.

Gewinnrückgang nicht so stark wie befürchtet

Max Conze

Max Conze. | Bildquelle: picture alliance / Lino Mirgeler/dpa

Zwar konnte auch Conze den Umsatz- und Gewinnschwund nicht beenden. Aber der Rückgang war nicht so stark wie befürchtet. Das Betriebsergebnis sank um vier Prozent auf 259 Millionen Euro. Der Umsatz fiel um fünf Prozent auf 912 Millionen Euro.

Schuld daran waren der starke Euro und die Fußball-WM in Russland. Die TV-Senderkette hielt keine Rechte an dem Turnier. Fußball-Fans mussten umschalten und auf ARD oder ZDF die Spiele schauen. Mit Serien oder Shows wie "Germany's Next Topmodel" konnte ProSiebenSat.1 quotenmäßig dem WM-Fieber nicht trotzen.

Ausblick bekräftigt

Der TV-Konzern hält fest an seiner Jahresprognose. Der Umsatz soll 2018 um bis zu fünf Prozent wachsen. Die operative Umsatzrendite soll bei rund 25 Prozent liegen.

Neben klassischen Fernsehprogrammen setzt ProSiebenSat.1 auch auf Streaming. Vor kurzem baute der Konzern seine Streaming-Plattform Maxdome aus, um Netflix anzugreifen. Zudem expandiert das Medienunternehmen im Internet - mit Online-Diensten wie dem Vergleichsportal Verivox, den Partnervermittlern Parship und Elite Partner sowie dem Online-Sexshop Amorelie.

Conze trifft TV-Zuschauer

Eines hat der neue Konzernchef Conze schon besser gemacht als sein Vorgänger, Thomas Ebeling: seine Zielgruppe nicht zu beschimpfen. Auf der Hauptversammlung berichtete Conze von Treffen mit ProSiebenSat.1-Zuschauern: zum Beispiel mit Sabine, die ein kleines Kind hat und abends Unterhaltung auf den Sendern der TV-Kette sucht. Oder mit Stefan und Angelika, die das Frühstücksprogramm auf Sat.1 schätzen. Der frühere ProSiebenSat.1-Chef, Ebeling hatte zuvor noch die Zielgruppe der Senderkette als "ein bisschen fettleibig und ein bisschen arm" beschimpft.

Nur die ProSiebenSat.1-Aktionäre hat Conze noch nicht beglücken können. Auf der Hauptversammlung appellierte er an sie, das Unternehmen "nicht nur von Quartal zu Quartal" zu beurteilen. Sie sollten ihn erst kritisieren, wenn der Kurs in drei Jahren nicht stimme.

nb

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Netflix
Der Streaming-Dienst hat den TV-Markt wohl am meisten umgekrempelt. Mit seinem On-Demand-Angebot von zahlreichen hochwertigen TV-Filmen und -Sendungen wie die Politserie "House of Cards" hat Netflix bereits 100 Millionen Abonnenten weltweit angelockt. Der Konzern macht nicht nur Serien, sondern auch Dokus wie "Chef's Table", Reportagen ("Amanda Knox") und unterhält gar eine eigene Talkshow ("Chelsea"). In Kürze soll die erste weltweite Gameshow "Ultimate Beast Master" starten. Firmenchef Reed Hastings hat große Pläne für seinen Dienst: Bis Ende 2017 will Netflix in 200 Ländern vertreten sein - derzeit sind es noch 50.