Wirecard-Logo auf einem Smartphone vor Kurstafel

Wieder über 20 Prozent Verlust Wirecard-Aktie stürzt schon wieder ab

Stand: 01.02.2019, 17:40 Uhr

Nach dem Kurssturz am Mittwoch rauschte die Wirecard-Aktie am Freitagnachmittag schon wieder prozentual zweistellig in den Keller. Grund war ein neuerlicher Bericht der "Financial Times".

Schon am Mittwoch hatte die britische Finanzzeitung über angebliche verdächtige Geschäftspraktiken des Dax-Unternehmens berichtet. Jetzt legt das Blatt nach. Eine Wirecard-Sprecherin bezeichnete auch diesen Bericht als "irreführend" und "diffamierend".

"Belege für schwere Straftaten"

Wirecard: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
147,15
Differenz relativ
+5,52%

Die "FT" berichtet in ihrem neuerlichen Beitrag, eine von Wirecard beauftragte externe Anwaltskanzlei habe bei einer Prüfung der Niederlassung in Singapur Belege für schwere Straftaten gefunden, die auf Fälschungen in der Rechnungslegung hindeuteten.

Der Dax-Titel stürzte daraufhin am Nachmittag sogar deutlich das Tagestief vom Mittwoch von 126 Euro ab, auf den der erste "FT"-Bericht die Aktie hatte einbrechen lassen. Die Aktie beschloss den Xetra-Handel mit einem satten Tagesminus von 25 Prozent bei 108,50 Euro. Gestern waren deutsche Analysten dem Dax-Konzern mehrheitlich beigesprungen, wodurch der Verdacht einer neuerlichen Short-Attacke auf den Zahlungsabwickler genährt wurde.

Hinweise bereits im Mai? Wirecard widerspricht

Der neuerliche Bericht der "FT" brachte das Unternehmen aber erneut in Erklärungsnot. Laut der Zeitung wurde der Bericht der Kanzlei Rajah & Tann dem Top-Management bereits am 8. Mai 2018 präsentiert.

Wirecard widersprach dieser Darstellung am späten Nachmittag: Die genannte Kanzlei, die zum regulären Beraterkreis von Wirecard gehöre, habe "keine Hinweise auf größeres Fehlverhalten" gefunden. Auch die von der "FT" behauptete Präsentation im Mai 2018 habe es nicht gegeben.

Ob es sich bei den Berichten aber tatsächlich um "Fake News" handelt, wie schon am Donnerstag von einzelnen Beobachtern behauptet wurde, muss sich erst noch erweisen. Anleger sollten angesichts dieser verworrenen Lage die Finger von dem Papier lassen, auch wenn die Wachstumsaussichten im Geschäft von Wirecard weiter sehr günstig erscheinen.

la