Markus Braun, CEO Wirecard
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Mittelfristprognose erhöht Wirecard kann nicht überzeugen

Stand: 08.10.2019, 12:50 Uhr

Der Zahlungsabwickler Wirecard hat seine Mittelfristziele bei Umsatz und Gewinn nach oben geschraubt. Unter anderem die Kooperation mit dem japanischen Technologie-Konzern Softbank soll Früchte tragen. Doch die Anleger reagieren enttäuscht.

Dank eines beschleunigten eigenen Wachstums, der stärkeren Konzentration auf Großunternehmen und auch dank der Partnerschaft mit dem Technologiekonzern Softbank rechnet der Dax-Konzern Wirecard nun im Jahr 2025 mit mehr Umsatz und Gewinn als bisher. Der Umsatz soll dann mehr als zwölf Milliarden Euro erreichen und das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) mehr als 3,8 Milliarden, wie der Konzern mitteilte.

Bisher standen mehr als zehn Milliarden Euro Umsatz und mehr als 3,3 Milliarden Euro Ebitda im Plan. Das über die Wirecard-Plattform abgewickelte Transaktionsvolumen an Zahlungen soll 2025 bei über 810 Milliarden Euro liegen, statt nur bei über 710 Milliarden. Zum Vergleich: Im Jahr 2018 wickelte Wirecard Zahlungen in Höhe von knapp 125 Milliarden Euro ab. Die Ziele für das laufende und das kommende Jahr beließ Wirecard unverändert.

Die Expansion vorantreiben

Wirecard-Chef Markus Braun hatte bereits angekündigt, dass die Ziele für das Jahr 2025 angepasst würden, nachdem der Tech-Konzern Softbank seinen Einstieg über eine Wandelanleihe im Volumen von 900 Millionen Euro zuletzt festgezurrt hatte. Über die Kooperation will Wirecard auch Kundenbeziehungen zu Beteiligungsunternehmen von Softbanks Technologie-Fonds gewinnen. Der japanische Konzern gilt als einer der größten Tech-Investoren weltweit und hat Anteile an vielen namhaften Technologie-Unternehmen.

SoftBank-Chef Masayoshi Son

SoftBank-Chef Masayoshi Son. | Bildquelle: Imago

Wirecard wickelt für Einzelhändler, Flug- und Bahnkonzerne sowie Telekommunikationsfirmen auf der ganzen Welt Zahlungen ab und kassiert dafür Gebühren. Im Sommer ist der Konzern eine Partnerschaft mit Aldi Nord und Aldi Süd eingegangen. Wenn Kunden dort mit Kreditkarten oder Debitkarten wie "Visa Pay" bezahlen, sorgt Wirecard dafür, dass das Geld vom Kundenkonto bei Aldi landet - das Transaktionsvolumen geht in die Milliarden.

Der Konzern setzt zudem auf die Auswertung von Online-Bezahldaten, um Kunden Zusatzangebote wie Kredite oder Versicherungen anbieten zu können. Daneben will Wirecard die weltweite Expansion weiter vorantreiben.

ts