Wirecard-Mastercard

Trotz Prognoseanhebung Wirecard: Anleger strafen ab

Stand: 14.11.2018, 09:54 Uhr

Auch für Wirecard-Aktionäre wachsen die Bäume nicht in den Himmel, wie der Kurseinbruch in den letzten Monaten gezeigt hat. Dabei laufen die Geschäfte weiterhin prächtig. Doch den Märkten reicht das nicht.

"In Anbetracht einer starken Geschäftsentwicklung" werde das Betriebsergebnis (Ebitda) im laufenden Geschäftsjahr auf 550 bis 570 Millionen Euro steigen, kündigte das jüngst in den Dax aufgestiegene Unternehmen am Morgen an. Zuvor hatte der Zahlungsabwickler eine Spanne von 530 bis 560 Millionen Euro angepeilt. Damit bestätigte Wirecard auch die Schätzungen der Analysten, die für dieses Jahr mit einem Ebitda von 565 Millionen Euro gerechnet hatten.

Markus Braun, CEO, Wirecard

Markus Braun. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Vorstandschef Markus Braun sagte: "Wir erwarten sowohl für das vierte Quartal 2018 als auch für das kommende Geschäftsjahr 2019 eine starke Beschleunigung des Geschäfts." Im dritten Quartal 2018 kletterte der Umsatz um 34,8 Prozent auf 547,1 Millionen Euro. Das Ebitda stieg um 36,3 Prozent auf 150,1 Millionen.

Leicht abgeschwächt

Allerdings hat sich das Geschäft im Jahresverlauf etwas abgeschwächt. Dank der besonders starken Erstquartale erhöhte sich der Konzernumsatz in den ersten neun Monate um 41,4 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Das Ebitda machte einen Sprung um 38,0 Prozent auf 395,4 Millionen Euro. Wirecard hatte diese Zahlen bereits Ende Oktober veröffentlicht.

Wirecard: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
150,75
Differenz relativ
+2,45%

Der Finanztechnologie-Konzern, der jüngst die Commerzbank aus dem Leitindex Dax verdrängt hatte, wickelt Online-Zahlungen zwischen Händlern, Kunden und Banken ab und kassiert dafür Gebühren. Damit profitiert Wirecard davon, dass immer mehr Menschen im Internet einkaufen oder an der Supermarkt-Kasse mit ihrem Smartphone bezahlen.

Aktie rutscht unter Unterstützung

Die von Apple angekündigte Ausdehnung seines iPhone-Zahlungsdienstes Apple Pay, an dem Wirecard mitwirkt, dürfte das Wachstum weiter vorantreiben. Der Konzern aus Aschheim bei München erwartet zum einen ein beschleunigtes Zusammenwachsen der Technologien Internet, Smartphone mit der klassischen Ladenkasse. Zum anderen will Wirecard mit datengestützten Zusatzdiensten wie Gutscheinen oder Versicherungen seine Wertschöpfungskette ausbauen.

Im morgendlichen Handel rutschen die Wirecard-Papiere um über sechs Prozent ab und durchbrechen sogar die Unterstützung um die Marke von 150 Euro, die lange Zeit gehalten hatte. Trotz der jüngsten Kursverluste von über 20 Prozent in den Sommermonaten notiert die Wirecard-Aktie derzeit bei etwa dem 37-fachen des Gewinns je Aktie. Im Dax liegt das Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) derzeit bei rund zwölf. Einem Broker zufolge gab es allerdings auch einige Haare in der Suppe der Quartalsbilanz. So enttäusche unter anderem das schwächere Wachstum der Transaktionsvolumina.

lg