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Neue Mitglieder, neues Vertrauen? Wirecard holt Börsenmanagerin in Aufsichtsrat

Stand: 30.04.2020, 16:01 Uhr

Der in einer schweren Vertrauenskrise steckende Zahlungsdienstleister wird der Hauptversammlung ganze drei neue Aufsichtsratsmitglieder vorstellen - darunter eine Spezialistin aus der Konzernleitung der Deutschen Börse.

Hauke Stars

Hauke Stars. | Bildquelle: Deutsche Börse

Der Konzern aus Aschheim bei München teilte am späten Mittwochabend mit, dass er eine Nachfolgerin für die ausgeschiedene Aufsichtsrätin Susana Quintana-Plaza gefunden habe. Die 52-jährige Hauke Stars solle der Hauptversammlung zur Wahl in das Kontrollgremium vorgeschlagen werden. Seit 2012 gehört die IT-Spezialisten dem Konzernvorstand der Deutschen Börse an. Dort leitet sie den Geschäftsbereich, zu dem Börsengänge, der Aktienhandel und die Startup-Förderung gehören. Zudem sitzt Stars im Aufsichtsrat des Dax-Mitglieds Fresenius und im Aufsichtsrat der Kühne + Nagel AG.

Zwei weitere neue Mitglieder

Aufsichtsratschef Thomas Eichelmann freue sich über den Neuzugang: "Ihr fundiertes Wissen über professionelle Prozesse und Verfahren in international operierenden und börsennotierten Blue-Chip-Unternehmen und ihre exzellente Expertise in IT- und Technologiefragen wird unseren Aufsichtsrat bereichern."

Zudem werde Wirecard der Hauptversammlung am 2. Juli zwei weitere Mitglieder zur Wahl in den Aufsichtsrat vorschlagen. Eichelmann erklärte, dass der Aufsichtsrat erweitert werden soll, Details würden später folgen. Der Forderung des Hedgefondsmanagers Christopher Hohn, Vorstandschef Markus Braun abzulösen, erteilte der Aufsichtsratschef gegenüber dem "Handelsblatt" derweil eine Absage.

Vertrauen dringend gefragt

Wirecard: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
87,15
Differenz relativ
+4,62%

Die Meldung über den Wechsel und die Erweiterung im Aufsichtsrat könnte dem Dax-Konzern in der derzeitigen Vertrauenskrise helfen. Zuletzt hatte das Desaster um den Sonderprüfbericht von KPMG die Anleger scharenweise aus der Aktie getrieben.

Angesichts der weiterhin unklaren Datenlage und der kaum verklausulierten Beschwerden von KPMG über Kooperationsmängel seitens Wirecard bleiben die Vorwürfe möglicher Manipulationen letztlich ungeklärt. Allein in den vergangenen beiden Tagen war der Dax-Titel um mehr als 30 Prozent abgesackt.

boerse.ARD.de