Wirecard

Zeitweise minus 19 Prozent Wirecard: Erneuter Absturz nach FT-Bericht

Stand: 07.02.2019, 16:07 Uhr

Die Wirecard-Aktie ist am Donnerstag nach einem neuerlichen Artikel der "Financial Times" über Unregelmäßigkeiten in Singapur zum dritten Mal heftig unter Druck geraten. Die britische Zeitung berichtete diesmal im Detail von einem angeblichen Betrugssystem in der Niederlassung in Singapur.

In der Spitze brach der Dax-Titel um 19 Prozent ein. Wie bereits in der Vorwoche wies das Unternehmen auch diesen FT-Bericht zurück. "Nichts an dem heute erschienenen Bericht ist wahr", hieß es in der Stellungnahme. Anleger bleiben mit Blick auf Wirecard aber äußerst vorsichtig und alarmiert.

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Bereits am Montag hatte Wirecard-Chef Markus Braun erklärt, dass die Untersuchung der beauftragten Anwaltskanzlei Rajah & Tann in Singapur bisher keinerlei Belege für ein strafrechtlich relevantes Fehlverhalten gefunden habe. Die Prüfung stehe kurz vor dem Abschluss. Braun äußerte die Vermutung, dass eine Fehde unter Mitarbeitern hinter den Veröffentlichungen steckt.

"FT": System von Manipulationen in ganz Asien?

Die "Financial Times" berichtete in ihrem dritten Bericht, der für Asien zuständige Finanzchef von Wirecard habe sechs Kollegen in Singapur gezeigt, wie man die eigenen Bücher manipulieren könne, um die Behörden in Hongkong davon zu überzeugen, Wirecard eine Lizenz zu geben. Er habe dazu in einem Zahlungskarussell Umsätze mit Kunden vorgespiegelt. Dabei sei es auch darum gegangen, interne Ertragsziele zu erfüllen.

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Das System sei möglicherweise in ganz Asien über Jahre hinweg betrieben worden. Aus Dokumenten, die der "FT" vorlägen, gehe hervor, dass zwei Führungskräfte in Deutschland von der Praxis "zumindest etwas Kenntnis" hatten. Wirecard hatte angegeben, bei der Untersuchung gehe es um Umsätze von knapp sieben Millionen Euro. Der Börsenwertverlust seit Bekanntwerden der Vorwürfe geht mittlerweile in die Milliarden.

rtr/la