Wirecard-Firmensitz in Aschheim
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Überraschend Zahlen vorgelegt Wirecard auf der perfekten Welle

Stand: 30.10.2018, 08:51 Uhr

Ähnlich wie der große Bruder Visa hat auch der Münchner Zahlungsabwickler Wirecard im Sommer vom Boom des Onlinehandels und der Tendenz zu bargeldlosem Bezahlen profitiert. Und genauso stark dürfte es auch weitergehen.

Die Geschäftsentwicklung verlief offenbar so positiv, dass der Dax-Aufsteiger vorläufige Zahlen bereits am Morgen bekanntgab. Dabei wird der komplette Zwischenbericht zum dritten Quartal erst am 14. November 2018 veröffentlicht. Tatsächlich brummt bei dem Zahlungsabwickler weiter das Geschäft.

So stiegen die Erlöse im dritten Quartal im Jahresvergleich um 35 Prozent auf 549,2 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen kletterte um 36 Prozent auf 150,1 Millionen Euro. In den ersten neun Monaten kletterte der Umsatz um 42 Prozent auf 1,45 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 38 Prozent auf 395,5 Millionen.

Abwicklung auch für Mittelständler

Wirecard profitiert nicht nur vom Boom des Online-Shoppings. Es bietet auch vielen mittleren und kleineren Händlern im Netz die Abwicklung ihrer Zahlungen an. Erst vor kurzem war das Unternehmen in den deutschen Leitindex Dax aufgestiegen und hatte dort die Commerzbank ersetzt.

Seit einigen Wochen leidet jedoch die Aktie unter der schlechten Stimmung im Technologiesektor - vom Hoch Anfang September bei 199 Euro hat das Papier derzeit rund ein Fünftel verloren. Die vorläufigen Zahlen kommen bei den Anlegern aber gut an. Im vorbörslichen Handel bei Tradegate steigt die Wirecard-Aktie um knapp fünf Prozent.

Mit rund 20 Milliarden Euro Börsenwert ist Wirecard noch immer mehr wert als das größte deutsche Geldhaus, die Deutsche Bank, das mit 17,7 Milliarden Euro deutlich unter seinem Buchwert gehandelt wird.

Jahresprognose bestätigt

Die Jahresprognose für das operative Ergebnis bestätigte das Wirecard-Management um Chef Markus Braun, es soll nach wie vor zwischen 530 und 560 Millionen Euro landen. Analysten rechnen bereits mit einem Wert am oberen Ende der Spanne.

lg