Wirecard-Firmensitz in Aschheim
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Aktie auf Erholungskurs Wirecard hat große Pläne

Stand: 09.10.2018, 18:13 Uhr

Gestern warfen einige Investoren das Wirecard-Papier noch aus ihren Depots. Heute scheint es wieder vorwärts zu gehen: Auf dem Investorentag präsentiert der Finanzdienstleister sehr ehrgeizige Ziele.

Wirecard: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
112,60
Differenz relativ
+1,35%

Und das zum richtigen Moment: Mit einem Minus von zwölf Prozent war die Aktie von Wirecard ausgerechnet direkt vor dem „Capital Markets Day“ aus dem Handel gegangen – für einen Dax-Wert ein ungewöhnlich hoher Kursverlust. Heute ging das Papier mit einem Plus von mehr als neun Prozent wieder kräftig auf Erholungskurs, denn was das Management den Anlegern erzählte, gefiel natürlich sehr.

Bis zum Jahr 2025 will der Finanzdienstleister Zahlungen im Umfang von mehr als 710 Milliarden Euro durchführen, wie er vor der Veranstaltung in London mitteilte. Der Konzernumsatz soll auf mehr als zehn Milliarden Euro steigen. Das wäre etwa fünfmal so viel, wie das Unternehmen laut Analysten in diesem Jahr erlösen dürfte.

Das Ebitda soll auf über 3,3 Milliarden Euro steigen - fast sechsmal so viel wie die durchschnittliche Schätzung von Analysten für das laufende Jahr. Diese Zahlen belegen Händlern zufolge das hohe Wachstumspotenzial der Branche.

Mehr bezahlen mit dem Handy

Wirecard bestätigte zugleich seine bisherigen Ziele für das laufende Jahr und die Prognosen bis zum Jahr 2020. Demnach soll das Ebitda von zuletzt 413 Millionen in diesem Jahr auf 530 bis 560 Millionen Euro steigen. Bis 2020 soll sich der Umsatz bis 2020 auf mehr als drei Milliarden Euro verdoppeln. Davon sollen 30 bis 35 Prozent als Ebitda herausspringen.

Wirecard-App Boon auf Smartwatch

Wirecard-App Boon auf Smartwatch. | Bildquelle: picture alliance/Sven Hoppe/dpa

Zwei Elemente sollen Wirecard zufolge das Wachstum vorantreiben: Zum einen erwartet der Konzern ein beschleunigtes Zusammenwachsen der Technologien Internet, Smartphone mit der klassischen Ladenkasse, so dass Kunden etwa in immer mehr Ladengeschäften mit dem Handy zahlen können. Zum anderen will Wirecard mit datengestützten Mehrwertdiensten seine Wertschöpfungskette ausbauen.

ts/dpa/rtr