Schriftzug am Eingang der BaFin in Bonn

Die nächsten Tage werden spannend Wirecard: Leerverkaufsverbot vor der Verlängerung?

Stand: 16.04.2019, 11:17 Uhr

Die Aktie von Wirecard ist neuerdings wieder gefragt. Am Donnerstag läuft das Leerverkaufsverbot der BaFin für Wirecard-Aktien aus - oder etwa doch nicht?

Wirecard: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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108,85
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Bis auf 117,90 Euro zieht die Wirecard-Aktie am Dienstag an. Das ist der höchste Stand im laufenden Monat. Das hochvolatile Dax-Papier hat damit seit seinem Februar-Tief mehr als 30 Euro gutmachen können.

Rückenwind für die Wirecard-Aktie kam bereits am Montag von einer Stimmrechtsmitteilung, wonach Goldman Sachs bei Wirecard kräftig aufgestockt hat.

Geht das Leerverkaufsverbot in die Verlängerung?

Für die Anleger sind derzeit aber vor allem zwei Dinge entscheidend: Zum einen läuft am Donnerstag, 18. April, 24 Uhr, das Leerverkaufsverbot der BaFin aus. Das würde bedeuten, dass die Investoren wegen der Osterfeiertage erst am Dienstag reagieren können.

Allerdings ist auch nicht ausgeschlossen, dass die Finanzdienstleistungsaufsicht das Verbot verlängert. Schließlich soll die BaFin laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" bei ihrem Leerverkaufsverbot die Unterstützung der Bundesregierung genießen.

Lasst Zahlen sprechen!

Außerdem wird das Wirecard-Management am 25. April über das abgelaufene Geschäftsjahr berichten. Es ist davon auszugehen, dass dieser Termin auf hohes Interesse der Anleger stoßen wird.

Wirecard hatte seine Bilanzvorlage vom 4. auf den 25. April verschoben – und das, obwohl es laut dem Unternehmen durch den Bericht der Anwaltskanzlei angeblich "keine wesentlichen Auswirkungen auf die Abschlüsse von Wirecard" gibt. Bereits am 8. Mai sollen dann die Zahlen zum ersten Quartal folgen.

Neue Vorwürfe - na, und?!

Gänzlich unbeeindruckt zeigte sich die Wirecard-Aktie zuletzt von neuen Vorwürfen, wie sie in den Medien geäußert wurden. So warf die "Süddeutsche Zeitung" am Wochenende neue Fragen bezüglich der "externen Untersuchung" der Vorgänge durch die Singapurer Anwaltskanzlei Rajah & Tann in Wirecards Büro in Singapur auf. "Wirecard spricht von einer 'unabhängigen Untersuchung', jedoch hat es zwischen der Kanzlei und dem Konzern Gespräche über Zwischenergebnisse gegeben."

"Dabei wurden offenbar zentrale Aussagen von betroffenen Mitarbeitern in Singapur erörtert. Der Vorstand in Aschheim wurde hingegen nicht befragt." Das wecke Zweifel, ob die Untersuchung so gründlich und unabhängig gewesen sei, wie es der Konzern darstelle, so die SZ.

Markus Braun, CEO Wirecard

Markus Braun. | Bildquelle: picture alliance/Peter Kneffel/dpa

Und: Der Hauptverdächtige in der Wirecard-Affäre Edo K. habe ein Vorstandsmitglied belastet, alle Anweisungen seien von oben gekommen. So hätten es die Prüfer von Rajah & Tann in einer Zusammenfassung notiert, die sie am 28. Juni 2018 einem Justiziar von Wirecard übergaben und die der SZ vorliege.