Wirecard

Treuhandkonten in Asien Wo sind die Wirecard-Milliarden?

Stand: 21.06.2020, 09:33 Uhr

Jedenfalls wohl nicht auf den Philippinen, wie der Präsident der dortigen Zentralbank in Manila mitteilt. Damit verdichten sich die Zeichen für einen Milliardenbetrug.

Am Freitag hatten schon die philippinischen Banken BDO Unibank und Bank of the Philippine Islands mitgeteilt, dass der deutsche Dax-Konzern kein Kunde bei ihnen sei. Dokumente externer Prüfer, die das Gegenteil besagen, seien gefälscht. Auf den Konten der beiden Banken hätte die Summe eigentlich liegen sollen.

Wirecard konnte bislang keinen Nachweis über das Vorhandensein der 1,9 Milliarden Euro erbringen, die angeblich auf Treuhandkonten bei Banken in Asien liegen sollen. Da die Wirtschaftsprüfer von EY in der Folge das Testat für den Jahresabschluss verweigerten, könnten Banken Wirecard nun den Geldhahn abdrehen.

James Freis

James Freis. | Bildquelle: Deutsche Börse

Ein Spezialist soll es richten

Unternehmenschef Markus Braun war am Freitag zurückgetreten, interimsweise übernimmt der US-Manager James Freis, der erst am Vorabend in den Vorstand berufen worden war. Die Aktie ist seit Tagen im Sturzflug. Die Ratingagentur Moody's senkte die Kreditwürdigkeit des Zahlungsdienstleisters unterdessen auf Ramschniveau.  

Wirecard: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Wirecard gab ferner bekannt, die Investmentbank Houlihan Lokey angeheuert zu haben, um mit ihr gemeinsam "einen Plan zur nachhaltigen Finanzierungsstrategie des Unternehmens" zu entwickeln. Houlihan Lokey gilt als Spezialist für schwierige Restrukturierungen und Insolvenzfälle und war schon in Sachen Enron, Lehman Brothers und - hierzulande - Steinhoff aktiv.