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Wachstumserwartung bestätigt Wirecard gibt sich operativ keine Blöße

Stand: 25.04.2019, 17:28 Uhr

Die Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young (EY) haben bei ihrer Durchsicht des Geschäftsberichts von Wirecard keine Hinweise auf größere Unregelmäßigkeiten gefunden. Derweil bestätigt Wirecard seine Prognose für das laufende Jahr und erhöht seine Dividende.

Das Betriebsergebnis werde 2019 auf 740 bis 800 Millionen Euro steigen, bekräftigte der Dax-Konzern am Donnerstag bei der Vorlage seiner Jahresbilanz. Die Aktionäre, darunter Vorstandschef Markus Braun als größter Anteilseigner, sollen 20 Cent je Aktie erhalten. Das sind zwei Cent mehr als im vergangenen Jahr.

Gemessen am Aktienkurs von 134 Euro ist das aber nach wie vor eine sehr geringe Ausschüttung, Wirecard-Chef Braun betont immer wieder, dass das Unternehmen sein Geld lieber in Wachstum investiert.

Endgültige Zahlen etwas schlechter als vorläufige

Grundlage der Erhöhung ist ein Anstieg des Nettogewinns um 35,7 Prozent auf 347,4 Millionen Euro. Braun hält rund sieben Prozent der Firmenanteile. Die Wirecard-Aktien legten am Morgen knapp drei Prozent zu und gehörten zusammen mit Bayer zu den stärksten Werten im Dax.

Wirecard: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Wirecard hatte bereits im Januar vorläufige Zahlen veröffentlicht. Nach den nun vorliegenden endgültigen Zahlen stiegen Betriebsergebnis und Umsatz etwas weniger stark als seinerzeit angegeben. Der Umsatz wuchs um 35,4 Prozent auf 2,02 Milliarden Euro, nach vorläufigen Zahlen waren es noch knapp 40 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. Das Ebitda kletterte um 36,6 Prozent auf 560,5 Millionen Euro, vorläufig hatte Wirecard einen Zuwachs um rund 38 Prozent auf 568,3 Millionen Euro angegeben.

Uneingeschränktes Testat

Im Geschäftsbericht erteilten die Wirtschaftsprüfer Wirecard trotz der Vorwürfe ein uneingeschränktes Testat für das Jahr 2018. Die Ergebnisse der Untersuchungen erforderten keine Korrekturen an den Geschäftszahlen, schrieben die Prüfer von Ernst & Young (EY).

Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass sich das infolge der laufenden Ermittlungen der Behörden in Singapur noch ändern könnte. Während die Polizei in Singapur ihr Augenmerk auf die Vorgänge im Unternehmen richtet, ermittelt in Deutschland die Staatsanwaltschaft gegen externe Beschuldigte wegen Marktmanipulation.

"Elefant im Raum"

Wirecard will künftig die Buchhaltungsprozesse genauer in Augenschein nehmen. Vorstandschef Markus Braun sprach auf der Bilanzpressekonferenz vom "Elefant im Raum", den das Unternehmen angehen müsse. Als Wachstumsunternehmen habe der Konzern "Qualitätsmängel" in der Buchhaltung gehabt und müsse daher "Controllingprozesse nachziehen". Eine Wachstumspause will der Manager dem Unternehmen dabei aber nicht gönnen - die Neukundenzuwächse im vergangenen Halbjahr dürften auch in diesem Jahr für gute Geschäfte sorgen.

In den vergangenen Monaten wehrte sich Wirecard heftig gegen Berichte der "Financial Times", wonach es bei der Bilanzierung in der Asien-Zentrale in Singapur nicht mit rechten Dingen zugegangen sein soll. Ein Großteil der Vorwürfe bestätigte sich bisher nicht. Allerdings räumte Wirecard kleinere Verfehlungen ein.

lg/rtr/dpa

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