Wirecard-Logo auf einem Smartphone vor Kurstafel
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Betriebsergebnis soll deutlich steigen Wirecard gibt Peilung für 2019

Stand: 20.11.2018, 09:21 Uhr

Der Dax-Konzern hat kurz nach Bekanntgabe seiner Zahlen zum dritten Quartal 2018 eine Prognose für das kommende Jahr öffentlich gemacht. Die Aktie kann Stützung gut gebrauchen, doch am Dienstag geht es erst einmal tiefer.

Um knapp zwei Prozent rutschte die Aktie des Internet-Zahlungsdienstleisters bereits im vorbörslichen Handel ab, zum Xetra-Handelsstart ging es sogar um sechs Prozent auf 130 Euro bergab. Dabei hat Wirecard eine Prognose für das kommende Jahr vorgelegt, die das weitere Wachstum des Unternehmens unterstreicht: Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll im Bereich zwischen 740 und 800 Millionen Euro liegen. Das wäre ein gutes Stück über dem Ergebnisniveau, von dem das Unternehmen für das laufende Jahr ausgeht. Hier will man nun zwischen 530 und 560 Millionen Euro erreichen - auch das ist eine Erhöhung der zuvor genannten Spanne.

"Starke Beschleunigung des Geschäfts"

Vorstandschef Markus Braun hatte sich bereits anlässlich der Bekanntgabe der Quartalszahlen vor einer Woche zuversichtlich zum Geschäftsverkauf geäußert: "Wir erwarten sowohl für das vierte Quartal 2018 als auch für das kommende Geschäftsjahr 2019 eine starke Beschleunigung des Geschäfts." Im dritten Quartal 2018 war der Umsatz um 34,8 Prozent auf 547,1 Millionen Euro. Das Ebitda stieg um 36,3 Prozent auf 150,1 Millionen.

Wirecard: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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144,05
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+3,30%

Auch über Unterstützung von Analystenseite kann sich das Unternehmen nicht beklagen. Am Dienstag hat die britische Investmentbank HSBC ihr Kursziel für Wirecard von 235 auf 240 Euro angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. Die Aktien des Zahlungsabwicklers seien anspruchslos bewertet, so Analyst Antonin Baudry in einer aktuellen Studie. Zudem berücksichtigten die Ziele für 2020 und 2025 noch nicht, wie sehr neue Finanzdienstleistungen etwa auf dem Gebiet der sogenannten Digitalkredite das Geschäftsvolumen steigern könnten.

Aktie mit schwerem Stand

Tatsächlich hatte die Wirecard-Aktie in den vergangenen Wochen einen schweren Stand in einem zunehmend schwierigeren Marktumfeld. Hatte der Titel Ende August noch bei rund 190 Euro notiert, rutschte er vergangene Woche unter die hart umkämpfte Marke von 150 Euro. Am Dienstagmorgen werden nur noch 130 Euro für die Aktie bezahlt.

Der Finanztechnologie-Konzern, der jüngst die Commerzbank aus dem Leitindex Dax verdrängt hatte, wickelt Online-Zahlungen zwischen Händlern, Kunden und Banken ab und kassiert dafür Gebühren. Damit profitiert Wirecard davon, dass immer mehr Menschen im Internet einkaufen oder an der Supermarkt-Kasse mit ihrem Smartphone bezahlen.

AB