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Klage gegen Leerverkaufsverbot Wirecard-Chef beschwichtigt

Stand: 22.02.2019, 09:45 Uhr

Wirecard kommt einfach nicht zur Ruhe. Während der Chef des Zahlungsdienstleisters guter Dinge ist, relativierte er doch einzelne frühere Aussagen seines Unternehmens. Derweil ist bei Gericht eine Klage eingegangen - und zwar gegen das Leerverkaufsverbot der BaFin. Es bleibt spannend.

Der Zahlungsdienstleister spürt in seinem Geschäft derzeit keine Auswirkungen der jüngst heftigen Kursschwankungen der Aktie. "Es läuft weiterhin sehr stark", sagte Vorstandsvorsitzender Markus Braun der "FAZ". Er sei sich sicher, dass der Aktienkurs dies bald widerspiegeln werde. An den von der "Financial Times" aufgebrachten Vorwürfen sei nichts dran.

Allerdings ruderte Braun auch in einzelnen Punkten des Disputs mit der britischen Finanzzeitung zurück: Nachdem Wirecard zuvor erklärt hatte, nichts an der ausführlichen Berichterstattung der "FT" sei wahr, sagte Braun gegenüber der "FAZ": "Wir müssen untersuchen, ob die Darstellung in den Artikeln stark übertrieben war."

Doch keine Klage gegen die "FT"?

Auch ob es tatsächlich, wie zuvor angekündigt, zu rechtlichen Schritten des Dax-Unternehmens gegen die "FT" kommt, scheint nicht sicher: "Wir prüfen, ob die Form der Berichterstattung angemessen war, gerade im Hinblick darauf, wie wir gegen die Verleumdung von Mitarbeitern vorgehen können", erklärte Braun gegenüber der "FAZ".

Wirecard: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Wann die seit Monaten laufende externe Untersuchung der von Wirecard beauftragten Kanzlei in Singapur abgeschlossen sei, könne er nicht sagen. Es werde aber mit Hochdruck daran gearbeitet.

Die Wirecard-Aktie derweil am Freitag wieder auf Erholungskurs: Zur Stunde notiert der Dax-Titel mit einem Plus von mehr als drei Prozent an der Dax-Spitze.

Klage gegen Leerverkaufsverbot

Unterdessen hat ein 27-jähriger Privatanleger beim Verwaltungsgericht Köln Widerspruch gegen das Leerverkaufsverbot der Börsenaufsicht BaFin im Fall Wirecard erhoben. Ein Sprecher des Gerichts bestätigte gestern den Eingang des Antrags.

Am Montag hatte die Behörde eine Verfügung erlassen, wonach Netto-Leerverkaufspositionen gegen Aktien des Zahlungsdienstleisters Wirecard nicht neu eingegangen werden dürfen. Auch dürfen bestehende Positionen nicht erhöht werden. Die Verfügung gilt zwei Monate bis zum 18. April.

Für die meisten Investoren kam die Entscheidung völlig überraschend. Zumal die BaFin bislang noch nie zu einem solch drastischen Mittel gegriffen hatte. Ob Köln überhaupt zuständig ist, muss aber noch geklärt werden. Grundsätzlich gibt es beim Verwaltungsgericht Frankfurt eine Spezialzuständigkeit.

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ARD-Börse: BaFin verbietet Spekulationsgeschäfte bei Wirecard