Wirecard-Firmensitz in Aschheim
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BaFin prüft mögliche Marktmanipulation Analysten springen Wirecard bei

Stand: 31.01.2019, 14:54 Uhr

Die Titel von Wirecard gingen nach ihrem gestrigen Einbruch heute nur vorübergehend auf Erholungskurs. Die Finanzaufsicht BaFin untersucht routinemäßig, ob es sich um Marktmanipulation gehandelt haben könnte. Auch Marktbeobachter und Analysten haben sich zum Thema geäußert.

„Wir werden den Sachverhalt von gestern daraufhin untersuchen, ob es sich hierbei um eine mögliche Marktmanipulation gehandelt haben könnte“, teilte eine BaFin-Sprecherin mit. Rechtliche Grundlage der BaFin-Prüfung ist die Marktmissbrauchsverordnung, die die Verbreitung von Falschinformationen unter anderem über Medien und Internet verbietet.

Zuvor hatte die „Financial Times“ über mögliche Straftaten eines Wirecard-Managers berichtet. In dem Bericht hieß es unter anderem, dass bei einer Führungskraft des Zahlungsabwicklers in Singapur im vergangenen Jahr der Verdacht auf Dokumentenfälschung und Geldwäsche im Raum gestanden habe.

Wirecard: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Woche
Kurs
117,50
Differenz relativ
-1,38%

Ungewöhnlicher Kursrutsch

Die Wirecard-Papiere hatten am Mittwoch nach diesem negativen Zeitungsbericht zeitweilig über ein Viertel ihres Wertes verloren, am Tagesende stand ein Wertverlust von 13 Prozent. Derartige Kursrutsche sind bei Dax-Unternehmen ungewöhnlich, in solchen Fällen überprüft die BaFin das routinemäßig.

Der Dax-Konzern wies den Bericht als „falsch, ungenau, irreführend und diffamierend“ zurück. Er entbehre jeder Substanz. Wirecard nehme alle Vorgaben zur Einhaltung von Gesetzen sehr ernst. Am frühen Nachmittag rutschte die Aktie dennoch wieder leicht ins Minus.

„Weitere Fake News“

Markus Braun, CEO, Wirecard

Markus Braun: Vorstandsvorsitzender und Großaktionär von Wirecard. | Bildquelle: Unternehmen

Mittlerweile haben sich viele Analysten zu den Vorwürfen geäußert. Heike Pauls von der Commerzbank etwa sprach von „weiteren Fake News“ eines Journalisten, der den Finanzdienstleister quasi „in Serie“ angreife. In den vergangenen Jahren war Wirecard mehrfach zum Ziel von stets ähnlich lautenden Anschuldigungen wegen unlauterer Geschäftspraktiken geworden. Letztlich zeigte sich Pauls gelassen und wertete den Kursrückschlag auch als Kaufchance.

ARD-Börsenstudio: Samir Ibrahim
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Wirecard - Schon wieder Rufmord?

Die Analysten von Hauck & Aufhäuser schrieben, es sei „höchst unwahrscheinlich“, dass die Führungsriege von Wirecard die in dem Artikel beschriebenen Praktiken dulden würde. „Wichtig ist auch, dass Wirecard in den vergangenen Jahren wiederholt von Leerverkäufer-Attacken betroffen gewesen ist und im Zuge dieser Vorwürfe Transparenz geschaffen hat, zum Beispiel, indem die Bücher für externe Prüfer geöffnet wurden“, sagten die Analysten. Wirecard habe ein striktes Risikomanagement eingeführt. Investoren sollten sich auf die starken Fundamentaldaten konzentrieren.

„Es ist schwierig zu beurteilen, ob an den Vorwürfen etwas dran ist“, sagte Harald Schnitzer von der DZ Bank. Mit Blick auf die Anschuldigungen der vergangenen Jahre sprach der Analyst von ungerechtfertigten Beschuldigungen. Er verwies zudem darauf, dass der Vorstandsvorsitzende und Großaktionär von Wirecard, Markus Braun, nach den Kurseinbrüchen seinen Anteil oft aufgestockt habe.

ts/rtr/dpa