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Aktie unter Druck Wirecard: Die Shorties schlagen wieder zu

Stand: 23.01.2018, 18:54 Uhr

Aktien des im TecDax notierten Zahlungsabwicklers Wirecard sind heute einmal mehr das Opfer einer sogenannten Short-Attacke geworden.Doch das Unternehmen bestätigt seine Jahresziele.

Am Abend verkündete Wirecard, dass im laufenden Geschäftsjahr unverändert ein Ebitda in einer Bandbreite von 510 bis 535 Millionen Euro erwartet werde. Auch entwickele sich das Geschäft in Indien besser als erwartet.

Ein selbst ernannter Research-Dienst namens "Southern Investigative Reporting Foundation" (SIRF) hatte zuvor das Geschäftsmodell des Bezahl-Dienstleisters in Frage gestellt. Das ließ den Kurs der Aktie zunächst um fast zwölf Prozent einbrechen. Bis zum Nachmittag machte die Aktie einen Teil der Verluste wieder wett und lag zuletzt noch gut vier Prozent im Minus.

Wirecard bezeichnete die Vorwürfe inzwischen als "falsch" und "ohne Substanz". SIRF hatte zuvor Kritik am schnellen Wachstum des Unternehmens geübt, das sich seit Ende 2014 überwiegend mittels Zukäufen vollzogen habe. Die Anschuldigungen sind nicht neu.

Komplexes Geschäftsmodell

Wirecard: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
131,75
Differenz relativ
+1,66%

Vor knapp zwei Jahren erst hatte ein kurzzeitig im Internet kursierender Angriff des bis dahin ebenfalls unbekannten Analyse-Dienstes "Zatarra" schon einmal einen tiefen Sturz der Papiere ausgelöst. Seinerzeit war die Marktkapitalisierung des Unternehmens in kurzer Zeit um bis zu 1,3 Milliarden Euro eingebrochen. Zuvor hatte die Aktionärsvereinigung SdK dem Unternehmen Undurchsichtigkeiten in der Bilanz vorgeworfen.

Wirecard ist laut Händlern wegen des komplexen Geschäftsmodells, des raschen Wachstums und nicht zuletzt wegen des rasanten Kursanstiegs in den vergangenen Jahren anfällig für Angriffe dieser Art geworden und entsprechend auch immer wieder deren Ziel. Seit Anfang 2017 sind die Aktien wieder um rund 160 Prozent gestiegen. Bei ihren Attacken versuchen die Akteure meist über Leerverkäufe, mit fallenden Kursen Geld zu verdienen.

Analysten überwiegend positiv gestimmt

Analysten von Banken und Brokern sind für Wirecard-Aktien auch nach der fulminanten Kurs-Rally noch immer überwiegend positiv gestimmt: Von 17 im dpa-AFX Analyser gelisteten Experten raten gegenwärtig zehn zum Kauf der Papiere und nur einer zum Verkauf. Die Optimisten argumentieren vor allem mit einem immer dynamischeren Wachstum von online getätigten Finanztransaktionen.

dpa-AFX/lg