Markus Braun

Notverkauf Wirecard-Ex-Chef Braun musste Aktien abstoßen

Stand: 24.06.2020, 11:48 Uhr

Erst zurückgetreten, dann festgenommen und freigelassen: Turbulente Tage für Ex-Wirecard-Chef Markus Braun. Nun hat er auch noch den Großteil seiner Aktien verkaufen müssen - in drastisch fallende Kurse hinein.

Ex-Wirecard-Chef Markus Braun musste einen großen Teil seiner Papiere an dem durch den Bilanzskandal existenzbedrohten Dax-Konzern abstoßen. In einer Serie von Verkäufen hat Braun am Donnerstag und Freitag insgesamt 155 Millionen Euro erlöst, wie Wirecard in mehreren Ad-hoc-Mitteilungen am Dienstagabend mitteilte.

Als Grund wurden sogenannte Margin Calls genannt. Laut Medienberichten hatte Braun die Anteilsscheine als Sicherheit für einen Kredit hinterlegt. Das bedeutet: Er war im Grunde gezwungen, die Aktien zu verkaufen. Der im Bilanzskandal um mutmaßliche Luftbuchungen in Höhe von 1,9 Milliarden Euro als Mittäter unter Verdacht stehende Braun war bislang mit einem Anteil von sieben Prozent auch größter Wirecard-Aktionär.

Zehn Milliarden Euro Kursverlust

Wirecard: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
2,21
Differenz relativ
-7,25%

Der Dax-Konzern hat insgesamt knapp 123,6 Millionen Aktien im Umlauf. Überschlägig hat Braun nun über fünf Millionen seiner rund 8,7 Millionen Wirecard-Papiere verkauft - in stark fallende Kurse hinein.

Seit vergangener Woche sind die Titel über 84 Prozent nach unten gerauscht und haben seit Mittwochabend insgesamt über zehn Milliarden Euro an Wert verloren. Brauns Vermögen dürfte durch die Kursverluste um über eine halbe Milliarde Euro geschrumpft sein.

Braun wieder aus der Haft entlassen

Anja Kohl
Video

Warum die Luftbuchungen von Wirecard (fast) unbemerkt blieben

Braun war am vergangenen Freitag wegen des Bilanzskandals um mutmaßliche Luftbuchungen in Höhe von 1,9 Milliarden Euro zurückgetreten, die Münchner Staatsanwaltschaft hatte ihn am Montagabend festgenommen.

Am Dienstag konnte der Ex-Chef das Gefängnis wieder verlassen. Das Münchner Amtsgericht hat den Haftbefehl gegen hohe Auflagen außer Vollzug gesetzt. Braun muss fünf Millionen Euro Kaution hinterlegen und sich wöchentlich bei der Polizei melden.

tb/dpa