Luxus-Immobilie im Frankfurter Westhafen
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Aufnahme von Grand City Wird der MDax zum Immobilien-Dax?

Stand: 18.09.2017, 10:10 Uhr

Der TecDax hatte einst den Ruf, von Solarfirmen dominiert zu sein. Jetzt stehen Immobilienfirmen im Fokus. Sie drängen zunehmend in den MDax. Doch spielen sie dort auch eine beherrschende Rolle?

Mit Grand City Properties steigt heute erneut eine Immobilienfirma in den MDax auf. Das Unternehmen, das erst vor einigen Monaten in das strenger regulierte Börsensegment Prime Standard gewechselt war, ersetzt den Baukonzern Bilfinger. Damit sind nun sechs Immobilienfirmen in dem Index gelistet. Droht dem MDax nun eine Übergewichtung dieser Branche?

Ein genauerer Blick bestätigt diese Befürchtung nicht. Bei einer Marktkapitalisierung aller im MDax notierten Unternehmen von rund 360 Milliarden Euro kommen die Immobilienunternehmen gerade einmal auf 26,7 Milliarden. Das entspricht rund 7,4 Prozent des Gesamtmarktes. Einzigstes Schwergewicht der Branche im MDax ist die Deutsche Wohnen. Sie bringt allein fast die Hälfte der Marktkapitalisierung auf die Waage: 12,6 Milliarden Euro.

Covestro hebt ab

Im Gegensatz zum TecDax, der zeitweise tatsächlich vom Gewicht der Solarfirmen beherrscht wurde, ist der MDax von einem solchen Klumpenrisiko weit entfernt. Als ein Schwergewicht erweist sich die Chemiebranche, deren Vertreter es auf eine Marktkapitalsierung von gut 46 Milliarden Euro bringen.

Mehr als die Hälfte davon bringen die beiden Firmen Covestro, eine Abspaltung der Kunststoffsparte von Bayer, sowie der Spezialchemiehersteller Evonik auf die Waage. Vor allem Covestro gilt nach einem weiteren Verkauf der von Bayer gehaltenen Anteile in der vergangenen Woche als potenzieller Dax-Kandidat.

Und was ist mit Airbus?

Überragt wird der MDax übrigens von nur einer Firma: dem Flugzeughersteller Airbus. Mit einer Marktkapitalisierung von gut 56 Milliarden Euro ist das im französischen Toulouse und in München ansässige Unternehmen mehr wert als die gesamten in dem Index notierten Chemiefirmen zusammen.

Warum ist Airbus dann nicht längst in die erste Reihe, also den Dax, aufgestiegen? Daran, dass es seinen ersten juristischen Sitz in Deutschland hat, liegt es nicht. Diese Regelung wurde schon vor sieben Jahren aufgehoben.

ARD-Börsenstudio: Jan Plate
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Börse 16.00 Uhr Zuviele Immobilienunternehmen im MDax?

Für die Aufnahme in den Dax ist es jedoch erforderlich, dass mindestens 33 Prozent des weltweiten Handels mit Aktien der betreffenden ausländischen Firma an deutschen Börsen stattfindet. Dies ist bei Airbus jedoch nicht der Fall. Wichtigster Handelsplatz der Firmenanteile ist die in Paris ansässige Börse Euronext.

lg

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