Bayer-Chef Werner Baumann

Befürchtung von Union Investment Wird Bayer zum Übernahmekandidaten?

Stand: 27.03.2019, 11:58 Uhr

Die Bayer-Aktie liegt seit der Monsanto-Übernahme am Boden. Der Fall hat viele Milliarden Euro vernichtet. Lockt der niedrige Kurs nun aktivistische Investoren an?

Die Fondsgesellschaft Union Investment fürchtet, dass Bayer bei anhaltend niedrigen Kursen zum Übernahme-Kandidaten wird. "Sollte der Kurs auf Dauer bis ins Jahr 2020 hinein so niedrig bleiben, wächst die Gefahr einer Übernahme. Dauerhaft niedrige Kurse locken aktivistische Investoren an, die gerne die Auswechslung des Vorstands und eine Zerschlagung verlangen, wie sich in anderen Branchen zeigt", sagte Markus Manns, Portfolio-Manager bei Union Investment, der "Rheinischen Post".

Ob der Kauf von Monsanto ein Fehler gewesen sei, könne man erst nach Ausgang der Glyphosat-Verfahren sagen, so Manns. "Kommt Bayer mit Schaden-Zahlungen bis zu fünf Milliarden Dollar davon, hat der Bayer-Vorstand alles richtig gemacht. Muss Bayer am Ende aber mehr als zehn Milliarden Dollar zahlen, hat der Vorstand die Risiken von Monsanto klar unterschätzt", sagte der Portfolio-Manager.

20 bis 25 Milliarden Euro Schadensersatz?

Das ergebe sich aus vergleichbaren Fällen. "Die Perspektive für Vorstandschef Werner Baumann hängt auch davon ab, ob er die operativen Baustellen in den Griff bekommt." Aktuell fürchtet der Markt, dass der Schadenersatz hoch ausfällt: In Bayer-Kursen um die 60 Euro sind nach Markteinschätzung Schadenersatzzahlungen von 20 bis 25 Milliarden Euro eingepreist", sagte Manns, dessen Fondsgesellschaft ein Prozent der Bayer-Aktien hält.

Bereits im Dezember hatten die Agenturen Reuters und Bloomberg unter Berufung auf Insider berichtet, dass der aktivistische Investor Paul Singer über einen Hedgefonds Elliott bei Bayer eingestiegen sei. Bisher habe es aber keine Treffen zwischen dem Hedgefondsmanager und dem Bayer-Vorstand gegeben. Elliott halte seit mehr als einem Jahr Bayer-Aktien, hieß es damals. Über den Umfang des Investments wurde nichts bekannt.

Elliott bei Bayer eingestiegen?

Elliott sei sehr lange bei dem übernommenen Monsanto-Konzern als Aktionär engagiert gewesen, sagte Bayer-Chef Werner Baumann. Er bezeichnete Elliott als einen Aktionär, der Unterbewertungsopportunitäten im Markt sehe. Grundsätzlich begrüße man immer einen neuen Aktionär, der den Unternehmenswert auch im Sinne der Strategie, die der Konzern verfolge, unterstütze. Bisher habe ihn aber noch keiner angerufen, so Baumann im Dezember.

Inzwischen ist der Bayer-Kurs weiter gesunken, nachdem in der Vorwoche die Geschworenen eines Gerichts in San Francisco zu der Meinung gekommen sind, dass Glyphosat krebserregend ist. Daraufhin hatten fünf Analysten ihren Daumen gesenkt. Derweil hält Bayer-Chef Baumann die umstrittene Übernahme des US-Saatgutkonzerns Monsanto weiter für richtig: "Der Monsanto-Kauf war und ist eine gute Idee", sagte der Chef des Agrarchemie- und Pharmaunternehmens der "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung".

Anleger verlieren Milliarden

Dabei halten die Anleger den Kauf für einen schweren Fehler. Nachdem die Bayer-Aktie noch im Juni 2017 auf knapp 124 Euro geklettert war, ging es danach fast kontinuierlich bergab auf zuletzt ab. Damit hat Bayer unfassbare 60 Milliarden Euro in den Sand gesetzt.

Derweil wird am Abend erwartet welchen Schadensersatz Bayer für einen Gärtner zahlen soll, der nach Überzeugung der Geschworenen wegen dem Einsatz des glyphosathaltigen Unkrautvernichters "Roundup" an Krebs erkrankt ist.

lg