Brian Krzanich, Intel-CEO

Möglicher Insiderhandel? Wirbel um Intel-Chef

Stand: 05.01.2018, 08:55 Uhr

Hat Intel-Chef Brian Krzanich den Kurssturz des Chipkonzerns vorausgeahnt? Wenige Wochen vor der Offenlegung ernster Sicherheitslücken bei den Computerchips von Intel hat Krzanich Aktien und Optionen in Höhe von 39 Millionen Dollar verkauft.

Nach der Enthüllung der schwerwiegenden Sicherheitslücke in Computer-Chips, von der Intel-Prozessoren massiv betroffen sind, sorgt der Aktienverkauf von Krzanich für Wirbel. Der Intel-Chef hatte Ende November ein millionenschweres Aktienpaket abgestoßen. Die Veräußerung erfolgte Ende November, wie aus Dokumenten der US-Börsenaufsicht hervorging. Von der Marktanalyse- und Beratungsfirma GBH Insights wurde er als üblicher Vorgang und Standardprozess bewertet.

Sicherheitslücke schon seit Sommer bekannt

Wie bei amerikanischen Top-Managern üblich, war der Verkauf vorher geplant gewesen - die Anweisung sei aber erst Ende Oktober erfolgt, wie aus Unterlagen bei der US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht. Damals soll Krzanich bereits intern über die Sicherheitslücken der Chips gewusst haben. Der Chip-Hersteller Intel war nach eigener Aussage im Juni über Sicherheitslücken informiert worden und arbeitete seither an der Reparatur.

Intel sieht keinen Zusammenhang

Anja Kohl
Video

Rechtslücke in der IT-Branche?

Ob die SEC dem Verdacht des Insiderhandels nachgeht, wollte sie nicht sagen. Laut der Website "Business Insider" sieht Intel keinen Zusammenhang zwischen dem Aktiendeal und der Chip-Panne: "Brians Verkauf hängt damit nicht zusammen." Er sei nach dem vorgegebenen Plan automatisiert ausgeführt worden. Der Intel-Chef hält weiterhin ein beträchtliches Aktienpaket.

Das Unternehmen wurde zur öffentlichen Bekanntgabe des Problems gezwungen, nachdem die britischen Technologie-Website "The Register" darüber berichtet hatte. Die Sicherheitslücken bei den Chips für Computer-Prozessoren können zum Diebstahl von Passwörtern und anderen sensiblen Daten führen. Intel wollte die Kunden erst in der kommenden Woche informieren, wenn dafür eine Fehlerbehebung bereitsteht.

nb