Stoffwindeln mit Froschmuster

Deutlich mehr Bestellungen übers Internet Windeln.de profitiert von der Corona-Krise

Stand: 08.04.2020, 09:22 Uhr

Angesichts zahlreicher geschlossener Läden boomt offenbar der Verkauf von Windeln im Internet. Davon profitiert nach eigenen Angaben der angeschlagene Online-Babyausstatter Windeln.de. Nur die Logistik bremst den Absatz.

Rettet die Corona-Krise Windeln.de? Der E-Commerce-Anbieter, der sich auf Windeln und Baby-Ausstattung konzentriert hat, kämpft seit Monaten ums nackte Überleben. Im vergangenen Jahr fiel erneut ein operativer Verlust von 13,8 Millionen Euro an. Die liquiden Mittel schrumpften von 11,1 auf 8,4 Millionen Euro. Ende September hatte Windeln.de gar das Grundkapital herabsetzen müssen. Immerhin brachte eine Kapitalerhöhung vor kurzem neues Geld.

28 Prozent höheres Volumen im März

Nun erhält das operative Geschäft neuen Schwung. "Die Covid-19-Pandemie hat seit Anfang März zu einem deutlichen Zuwachs im Bestellvolumen geführt", teilte der E-Commerce-Anbieter mit. Im März zog das Volumen im Vergleich zum Februar um 28 Prozent auf 7,8 Millionen Euro an.

Vor allem in Deutschland wurden Windeln und Babyzubehör stark nachgefragt. Die Bestellungen erhöhten sich um 42 Prozent. In Europa betrug das Plus 33 Prozent, in China 18 Prozent.

Beeinträchtigungen in der Logistik

Allerdings kann Windeln.de kaum Schritt halten mit der boomenden Nachfrage. Weil Arbeitskräfte aus dem Ausland wegen der Grenzschließungen im deutschen Lager in Großbeeren fehlen, dauert es bis zu fünf fünf Tagen, bis die Aufträge abgearbeitet werden können. Zudem hat in der letzten Woche auch noch der Vertragspartner von Windeln.de, die Kids Fashion Group, aufgrund der Corona-Folgen Insolvenz angemeldet. Das könnte die Inbetriebnahme des für Sommer geplanten neuen Lagers verzögern.

Die Münchner Firma verzeichne bisher auch im April eine weiterhin starke Nachfrage. Windeln.de-Chef Matthias Peuckert geht davon aus, dass sich das höhere Bestellvolumen positiv auf das operative Ergebnis auswirken werde.

Aktie im Aufwind

Anleger reagieren erfreut. Die Aktien von Windeln.de klettern am Mittwoch um sieben Prozent nach oben. Seit Jahresbeginn ist der Kurs um über 170 Prozent gestiegen. Langfristig ist er allerdings dramatisch eingebrochen. Vor drei Jahren notierte die Aktie der Internet-Firma noch bei über 80 Euro. Das Unternehmen war im Mai 2015 an die Börse gegangen - zum Ausgabepreis von 18 Euro.

nb