Dax-Kurve und im Hintergrund Feuerwerk
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Anleger in Hochstimmung Wie weit läuft die Neujahrsrally noch?

Stand: 07.01.2018, 11:47 Uhr

Glaubt man der Börsenregel, dass die Tendenz der ersten Handelswoche die Richtung für das Gesamtjahr vorgibt, dürfte 2018 ein tolles Börsenjahr werden. Der Dax hat zum Jahresauftakt über drei Prozent zugelegt. Dementsprechend optimistisch gehen Anleger in die nächste Woche.

So schnell kann sich die Stimmung drehen: Nachdem der Dax am ersten Handelstag noch auf den tiefsten Stand seit September 2017 gefallen war, erholte er sich rasch und stürmte die Tage danach um fast 450 Punkte nach oben. Mit einem Plus von 3,1 Prozent schaffte er die beste Jahresauftakt-Woche seit sechs Jahren. "Besser könnte die Stimmung an den Börsen zu Jahresbeginn nicht sein", meint Fondsmanager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners.

Kursfeuerwerk an der Wall Street

Die Euphorie der Wall Street ist nach Europa übergeschwappt. In der vergangenen Woche kletterte der Dow um 2,3 Prozent nach oben und überwand erstmals in seiner Geschichte die Marke von 25.000 Punkten. Am Freitag schloss er um 0,9 Prozent höher auf einem neuen Allzeithoch von 25.295 Zählern. Noch besser lief es an der Nasdaq. Sie gewann in der abgelaufenen Woche 3,4 Prozent.

Dow Jones (Indikation): Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
25.483,76
Differenz relativ
+0,79%
Nasdaq Composite: Kursverlauf am Börsenplatz NASDAQ Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
7.189,82
Differenz relativ
-0,95%
FTSE 100: Kursverlauf am Börsenplatz BNP Paribas für den Zeitraum Intraday
Kurs
7.046,34
Differenz relativ
-0,69%

Auch in einzelnen europäischen Märkten wurden neue Rekordmarken erreicht. Der Schweizer SMI beendete die Woche auf einem Höchststand von 9.556 Punkten. Und der britische "Footsie" erklomm mit 7.727 Punkten ebenfalls neue Höhen.

Knackt der Dax bald sein Rekordhoch?

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
11.341,00
Differenz relativ
-0,11%

So weit ist der Dax noch nicht. Ihm fehlen noch gut 200 Punkte oder zwei Prozent bis zum Rekordhoch von 13.525 Punkten. Diese Bestmarke könnte in Kürze fallen. Anlagestratege Robert Greil von Merck Finck hält einen baldigen Test des Dax-Allzeithochs vom November für "wahrscheinlich". Auch Analyst Michael Bissinger von der DZ Bank geht davon aus, dass "nach dem schwachen Dezember der Januar und Februar um so bessere Börsenmonate werden". Denn nach einem erfolgreichen Jahr stocken Investoren in der Regel ihre Positionen auf.

Zahlreiche Konjunkturdaten auf der Agenda

"Vor allem die konjunkturelle Dynamik und die daraus resultierenden steigenden Unternehmensgewinne unterstützen" die Aktienkursentwicklung, sagt Carsten Mumm, Chefanalyst der Privatbank Donner & Reuschel. Bestätigung für ihren Optimismus erhoffen sich die Anleger von den zahlreichen in der nächsten Woche anstehenden Konjunkturdaten. Den Anfang machen am Montag die Auftragseingänge der deutschen Industrie sowie die europäischen Einzelhandelsumsätze und das Barometer für die Stimmung in den Unternehmen aus der Euro-Zone. Am Dienstag folgen die Zahlen zur deutschen Industrieproduktion.

In den USA werden am Freitag die Einzelhandelsumsätze veröffentlicht. Der private Konsum gilt als Hauptstütze der weltgrößten Volkswirtschaft. Zusammen mit den gleichzeitig vorgelegten Inflationsdaten erhoffen sich Börsianer Rückschlüsse auf Zeitpunkt und Tempo der erwarteten US-Zinserhöhungen. Wegen der gesunkenen Benzinpreise rechnet Commerzbank-Analyst Marco Wagner allerdings mit einem unterdurchschnittlichen Preisanstieg von 0,1 Prozent.

Berichtssaison geht langsam los

Mit Spannung blicken Anleger ebenfalls auf den Start der Berichtssaison. Die US-Geldhäuser Wells Fargo und JPMorgan öffnen am Freitag ihre Bücher. "Dann wird sich zeigen, ob die Gewinne mit dem Tempo der Kursgewinne mithalten können", sagt Fondsmanager Altmann von QC Partners. Bereits am Dienstag eröffnet der Autozulieferer Continental mit vorläufigen Zahlen die deutsche Berichtssaison. Aus der zweiten Reihe legen Hella und Südzucker ihre Bilanzen vor.

nb