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Dax, Dow & Co im Höhenflug Wie weit geht die Rekordjagd noch?

Stand: 15.10.2017, 12:05 Uhr

Hoch-Stimmung an den Börsen: Die Wall Street eilt von Rekord zu Rekord. Und auch der Dax notiert so hoch wie nie- und das im trüben Oktober. Ob die Gipfeltour in der neuen Woche weitergeht, hängt von der Berichtssaison ab - und von der Fed.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Lange hatte er sich gewunden, nun endlich nach mehreren Anläufen hat der Dax die nächste runde Marke überschritten: am Donnerstagnachmittag wurden die magischen 13.000 Punkte geknackt. Am Freitag ging es dann bis auf 13.036 Zähler, bis die Kursgewinne wieder abschmolzen. Nun ist die große Frage, ob sich der Dax dauerhaft über der Schwelle von 13.000 Punkten behaupten kann. Charttechnisch liegt der wichtige Widerstand bei 13.002 Zählern. Nach unten verlaufen Unterstützungen bei 12.976 und 12.921 Punkten.

Ob der Dax den Sprung über die 13.000-Punkte-Marke nachhaltig schafft, hängt Experten zufolge vor allem von den Quartalszahlen und Prognosen der Unternehmen ab. "Dann entscheidet sich, ob die Ampeln wieder auf Grün schalten oder endgültig auf Rot und wir eine Konsolidierung sehen", sagte Aktienhändler Stefan de Schutter vom Brokerhaus Alpha Trading.

"Atempause tut gut"

Mehrere Anlagestrategen rechnen mit einer vorübergehenden Seitwärtsphase. "Nach der September-Rally tut eine kurze Verschnaufpause gut", meint Stratege Robert Greil von der Privatbank Merck Finck. Auch die LBBW rechnet für die nahe Zukunft mit stagnierenden Kursen. "Das durchschnittliche Potenzial einer Jahresend-Rally von bereits zehn Prozent wurde bereits zu einem guten Teil erreicht." Finanzmarktexperte Joachim Goldberg von der Beratungsfirma Goldberg & Goldberg erwartet ebenfalls kurzfristig keine großen Sprünge an der Börse. Profi-Investoren seien eher auf dem Rückzug, während Private zukauften.

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
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Sollte allerdings die Wall Street weiter an Fahrt gewinnen, würde auch der Dax mitgerissen. In der abgelaufenen Woche legte der Dow um knapp ein halbes Prozent zu und erreichte neue historische Bestmarken. Nun rückt die nächste runde Marke von 23.000 Punkten ins Blickfeld.

US-Berichtssaison nimmt Fahrt auf

Die auf Touren kommende US-Berichtssaison dürfte in der nächsten Woche die Anleger in Atem halten. Die Großbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley, der Konsumgüterriese Johnson & Johnson sowie der Computerhersteller IBM lassen sich am Dienstag in die Bücher schauen. Ebay ist am Mittwoch dran. Am Freitag rundet General Electric (GE) den Zahlenreigen ab.

Der IT-Riese SAP läutet am Donnerstag die deutsche Berichtssaison ein. Einen Tag später folgt Daimler mit seinem Zahlenwerk. Der etwas höhere Euro dürfte Spuren in den Quartalsbilanzen der Dax-Konzerne hinterlassen haben.

SAP

SAP: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Dreht die Fed 2017 nochmals an der Zinsschraube?

Neben den Unternehmenszahlen sollten Anleger auch weiter die Notenbanken im Blick haben. Am Mittwoch legt die US-Notenbank ihr Beige Book vor. Es könnte die Spekulationen auifd eine Zinserhöhung in den USA im Dezember wieder anfachen. Zuletzt hatten allerdings schwache Konjunkturdaten die Erwartungen eines weiteren Zinsschritts in diesem Jahr gedämpft.

Ebenso spannend ist die Frage, ob die Europäische Zentralbank (EZB) bald den Geldhahn zudreht und das umstrittene Wertpapierkaufporogramm reduziert. Die Währungshüter werden daher ganz genau auf die neuesten Inflationsdaten aus Europa schauen, die am Dienstag veröffentlicht werden.

Katalonien-Konflikt könnte wieder eskalieren

Als Kursbremse könnte sich auch in der kommenden Woche der derzeit größte politische Brandherd in der Euro-Zone erweisen: der Katalonien-Konflikt. Die Zentralregierung in Spanien hat den Ball ins Feld der nach Unabhängigkeit strebenden Regionalregierung zurückgespielt und eine Frist bis Montag gesetzt. Bis dahin muss Regierungschef Carles Puigdemont erklären, ob die Unabhängigkeit nun ausgerufen worden sei oder nicht.

China setzt die Weichen für die Zukunft

Im Rampenlicht steht im Laufe der Woche auch China. Dort beraten die Führungskader der Kommunistischen Partei über die Marschroute für die kommenden Jahre. Zudem werden Zahlen zum Wachstum der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft im vergangenen Quartal vorgelegt. Analyst Bernd Weidensteiner von der Commerzbank rechnet mit einem Zuwachs von knapp sieben Prozent. Er warnte aber, dass sich "unter der ruhigen Oberfläche Probleme zeigen"." So kämen Stimulierungsmaßnahmen der Regierung vor allem Staats-Konzernen zugute, die privaten Firmen fielen dagegen zurück. Außerdem schwächele der Immobilienmarkt.

nb