Automobile

Tesla enttäuscht mit dem "D" Wie ein Tweet drei Milliarden Dollar bewegt

Stand: 10.10.2014, 10:39 Uhr

Tesla-Chef Elon Musk versteht es, Erwartungen zu schüren. Er twitterte vor einer Woche über die bevorstehende Enthüllung des "D", woraufhin Fans heftig spekulierten: Steht "D" vielleicht für "Driverless"? Ein Tweet, der Milliarden bewegte – bis gestern die Enttäuschung kam.

Tesla: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 1 Monat
Kurs
305,06
Differenz relativ
-2,85%

Das war eine eindrucksvolle Demonstration, wie viel Geld ein kleiner Tweet bewegen kann: Tesla-Chef Elon Musk machte am Abend des 1. Oktober eine vage Anspielung auf eine neue Produktvorstellung. Er könne nicht warten, das "D und noch etwas anderes zu enthüllen". Mehr als eine Million Follower haben einiges an Schlagkraft, der Tweet wurde mehr als 13.000 mal retweeted und 10.000 Mal geliked – und schon am nächsten Morgen erreichte dieses Zwitschern die Börsenwelt. Die Tesla-Aktie schoss auf 250 Dollar, vier Prozent über dem Kurs am Vorabend von 240 Dollar.

Tesla-Chef Elon Musk

Tesla-Chef Elon Musk. | Bildquelle: picture alliance / dpa

In den nächsten Tagen ging es weiter rauf bis auf 265 Dollar, der Tweet brachte insgesamt also mehr als zehn Prozent Kursplus – oder rund drei Milliarden Dollar Marktwert. Einigermaßen verrückt.

Allrad statt Autopilot

Die Fans spekulierten darauf, dass das neue Auto komplett ohne Fahrer auskommt, auf Autobahnen weitgehend selbständig fährt. Driverless. Doch nun die Enttäuschung: der Buchstabe "D" steht für Dual Motor: ein Motor vorn, einer hinten. Eine abgewandelte Version des bisherigen Top-Modells "S". Ein Auto mit Allradantrieb, der für eine besonders rasante Beschleunigung des Sportwagens sorgt.

Gleichwohl bekommt der Fahrer schon eine Art Auto-Pilot zur Seite, einen Assistenten, der den Wagen selbständig einparkt, der Tempolimits auf Straßen erkennt und das Tempo anpasst, der benachbarte Fahrbahnen beim Spurwechsel oder sich mit seinem Radarsystem durch den Nebel kämpft und Kollisionen verhindert.

Ein besonderes Gimmick: Die neue Variante des S-Models kommt sogar langsam zum Fahrer gefahren. Das ist allerdings derzeit nur auf privatem Grund erlaubt.

Ist die Tesla-Aktie schon zu teuer?

Anleger fragen sich, ob die Erfolgsstory der Tesla-Aktie nun ein verlustreiches Kapitel aufschlagen könnte. Der Kurs hat sich seit dem Börsengang im Juni 2010 mehr als verfünfzehnfacht. Vor anderthalb Jahren war sie noch für 40 Dollar zu haben. Als Tesla dann im Mai 2013 seinen ersten Gewinn bekannt gab, explodierte der Kurs förmlich, in wenigen Monaten ging es bis fast an die 200-Dollar-Marke heran. In diesem Jahr liegt das Kursplus allein bei rund 70 Prozent.

Solche Kursgewinne wecken Skepsis – selbst Musk ist das unheimlich. In einem CNBC-Interview sagte er letzten Monat, Tesla-Aktien wären "kind of high" – ziemlich hoch. Die Analysten von Morgan Stanley, die der Aktie immerhin ein "overweight" als Auszeichnung zugestehen, schrieben in einer Studie im September, dass sie Musk recht geben müssen.

Gestern ging es mit der Tesla-Aktie 0,8 Prozent abwärts – die Enttäuschung über das "D" ist da noch nicht inbegriffen. Der heutige Kursrutsch im deutschen Xetra-Handel von sechs Prozent gibt eine Ahnung davon, was später an den amerikanischen Börsen folgt.

bs

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Tesla Semi

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Unter großem Pomp enthüllte Tesla-Chef Elon Musk im November den lang erwarteten E-Lkw Semi. So soll das Fahrzeug auch mit voller Ladung von 40 Tonnen eine Reichweite von rund 800 Kilometern erreichen, sagte Musk. Zuletzt sprach Musk sogar von bis zu 965 Kilometern. Die Produktion werde im Jahr 2019 beginnen.

Der Basispreis für das 500-Meilen-Modell soll bei 180.000 Dollar liegen. Der Sattelschlepper hat vier Motoren - und Tesla verspricht, dass er pannenfrei eine Million Meilen (1,6 Millionen Kilometer) schaffen kann.