Ray Dalio

Hedgefonds-Manager Dalio setzt auf fallende Kurse Wette gegen den Dax hat sich gelohnt

Stand: 08.01.2019, 10:21 Uhr

18 Prozent hat der Deutsche Leitindex im vergangenen Jahr verloren. Fast ebenso stark hat der weltgrößte Hedgefonds 2018 an Wert gewonnen. Investorenlegende Ray Dalio hatte als einer der wenigen seiner Branche die Zeichen der Zeit erkannt.

Massive Short-Investments auf Aktien haben dem Hedgefonds Bridgewater im vergangenen Jahr 15 Prozent Rendite beschert - und das nach Gebühren, wie das "Handelsblatt" am Dienstag Insider zitiert. Der 69-jährige Dalio, der sich eigentlich zunehmend aus dem operativen Geschäft seiner Firma zurückziehen will, hat damit wieder einmal aufs richtige Pferd gesetzt. Auch Aktien aus dem Dax verkaufte Dalio im vergangenen Jahr massiv "leer", setzte also auch hier auf fallende Kurse.

Dax-Konzerne im Fadenkreuz

Laut "Handelsblatt" mussten die Dax-Titel SAP, Allianz, Siemens und Deutsche Bank solche Short-Attacken über sich ergehen lassen. Insgesamt hat Bridgewater danach Short-Positionen im Wert von 8,2 Milliarden Euro bei den deutschen Standardwerten aufgebaut. Nachdem die Papiere dann im Spätherbst deutlich fielen, dürften viele der Positionen wieder "glattgestellt" worden sein. Die Differenz zwischen dem höheren Verkaufs- und niedrigeren Kaufpreis ist dabei der Gewinn für Short-Spekulanten.

Bridgewater Capital verwaltet insgesamt rund 160 Milliarden Dollar an Anlegergeldern mit seinen hochspekulativen Strategien. Der Hedgefonds ist nach eigenen Angaben in 150 verschiedenen Märkten aktiv, dazu gehören neben den Aktienmärkten auch Bereich der Devisen und Rohstoffe.

Hedgefonds wie der von Dalio sind prinzipiell unabhängig von einzelnen Märkten, ihr Ziel ist stets eine absolute Rendite, die sich nicht an Vergleichs-Werten wie der Entwicklung einzelner Aktienindizes misst. Dennoch hatte die Hedgefonds-Branche, die insgesamt drei Billionen Dollar verwaltet, in den vergangenen Jahren einen schweren Stand. Der anhaltende Bullenmarkt hat es für viele, auch erfahrene Anlageprofis schwierig gemacht, Indizes zu schlagen und somit hohe Gebühren von ihren Kunden zu rechtfertigen. Seit 2016 schließen jedes Jahr mehr Hedgefonds, als neue eröffnen. Mit dem "Bärenmarkt" seit einigen Monaten schauen gerade große Anleger aber wieder stärker auf Hedgefonds-Strategien, die auch in der Aktien-Baisse Renditen versprechen.

Star-Investoren mit Missgriffen

Eine Reihe von Star-Investoren hatte allerdings auch 2018 ein miserables Jahr. David Einhorns Greenlight Capital schloss mit einem Minus von 34 Prozent, es war das schlechteste Jahr in der Geschichte des Fonds. Dan Loebs Third Point Capital lag elf Prozent im Minus. Im Schnitt haben Hedgefonds 6,7 Prozent verloren, wie der Global Hedge Fund Index HFRX zeigt. Der breit gefasste US-Aktienindex S&P 500 verlor im vergangenen Jahr 4,4 Prozent. Nach einem ungewöhnlich ruhigen 2017 war das vergangene Jahr von hohen Schwankungen geprägt, was offenbar auch einige Profi-Investoren auf dem falschen Fuß erwischte.

AB