Westwing Logo und Firmengründerin Dalia Fischer
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IPO steht kurz bevor Westwing will ein paar Millionen mehr

Stand: 27.09.2018, 08:19 Uhr

Ab morgen können die Aktien des Online-Möbelhändlers Westwing gezeichnet werden, die Preisspanne steht jetzt fest. Für das zum Rocket-Internet-Imperium gehörende Unternehmen wird es am 11. Oktober ernst.

Westwing will mit seinem Börsengang bis zu 147 Millionen Euro einsammeln. Das Münchner Unternehmen legte die Preisspanne heute auf 23 bis 29 Euro fest. Bis zu 5,06 Millionen neue Aktien können von Freitag an bis zum 10. Oktober gezeichnet werden, davon dienen 660.000 als Platzierungsreserve. Zuvor war noch von rund 120 Millionen Euro die Rede gewesen.

Der Erlös kommt ausschließlich dem Unternehmen selbst zugute und soll unter anderem zur Expansion im Ausland und zur Tilgung von Schulden verwenden werden. Die Altaktionäre, allen voran der mit 30 Prozent beteiligte Startup-Investor Rocket Internet, geben beim Börsengang keine Aktien ab.

Weitere Eigentümer sind die schwedische Kinnevik, Access Industries und Tengelmann Ventures. Nach der für den 11. Oktober geplanten Erstnotiz im streng regulierten Prime Standard sollen bis zu 25 Prozent der Aktien im Streubesitz sein.

Screenshot Webseite Online-Shop Westwing

Screenshot Webseite Online-Shop Westwing. | Bildquelle: Screenshot Webseite Westwing

Operativ schwarze Zahlen

Für die erst sieben Jahre alte Westwing ist es schon der zweite Anlauf an die Börse. Vor zwei Jahren waren die Pläne aber wieder in der Schublade verschwunden. Seit Ende des vergangenen Jahres schreibt Westwing auf Ebitda-Basis schwarze Zahlen. Im ersten Halbjahr 2018 stieg der Umsatz um 22 Prozent auf 120 Millionen Euro, bis zum Jahresende sollen 253 bis 264 Millionen daraus werden. "Wir wollen unseren profitablen Wachstumskurs fortsetzen", erklärte Mitgründer und Vorstandschef Stefan Smalla.

Auf der Westwing-Homepage wird insbesondere auch Mitbegründerin Delia Fischer in den Vordergrund gestellt. Sie hatte das Unternehmen zusammen mit Smalla und Finanzvorstand Florian Drabeck im Jahr 2011 gegründet und hat nun den Posten der Kreativdirektorin inne.

Westwing betreibt mit seinem „kuratierten Shoppable Magazine“ ein eCommerce-Geschäft. Das Unternehmen bietet das komplette Sortiment an Home & Living-Produkten - von Inneneinrichtung über Textilien und Möbel bis hin zu Leuchten und Küchenartikeln. Insgesamt umfasst das Eigenmarken-Angebot gut 5.000 Produkte.

„Erhebliches Wachstumspotenzial“  

Der Onlinemöbelhändler ist in elf Ländern Europas unterwegs. Die Hälfte der Erlöse erwirtschaftet er in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Der Vorstand erwartet, dass der Online-Markt für Möbel und Wohnaccessoires in den kommenden Jahren stark wachsen wird.

Die Unternehmensberater von PricewaterhouseCoopers (PwC) bescheinigen der Branche in Deutschland ein „erhebliches“ Wachstumspotenzial, wenn die sogenannte "Online-Hürde" überwunden wird und die Firmen den stationären Handel und den Online-Vertrieb besser verknüpfen. Dabei hätten vor allem Westwing und home24 wegen ihrer schlanken Kostenstrukturen Wettbewerbsvorteile.

ts/rtr