Eine Frau mit einer Karstadteinkaufstüte vor einer Kaufhoffiliale

Standortschließungen befürchtet Werden Karstadt und Kaufhof jetzt doch eins?

von Angela Göpfert

Stand: 26.06.2018, 07:16 Uhr

Die Chancen auf ein Gemeinschaftsunternehmen der kriselnden Warenhausketten Kaufhof und Karstadt sind wieder gestiegen. Denn ein aktivistischer Investor macht mächtig Druck.

Werden in den deutschen Innenstädten bald reihenweise Kaufhäuser geschlossen? Laut Insidern gibt es zwischen den Eignern von Kaufhof und Karstadt – der kanadischen Hudson's Bay Company und der österreichischen Signa des Immobilieninvestors Rene Benko – neue Gespräche.

Dabei gehe es auch darum, dass Karstadt 51 Prozent des operativen Geschäfts bei Kaufhof übernehme. Zudem gehe es um die Warenhaus-Immobilien, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Objekte der Begierde

Die kanadische HBC hatte Kaufhof im Oktober 2015 übernommen. Um die Übernahme zu finanzieren, hatte HBC damals 41 Warenhaus-Immobilien in ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Investor Simon Property eingebracht.

Karstadt-Eigner Benko hat in der Vergangenheit bereits mehrfach versucht, Kaufhof zu übernehmen; vor allem an den Immobilien hatte er großes Interesse gezeigt. Doch HBC hatte seine Offerten stets abgeschmettert.

Immobilien mehr wert als die Aktie

Diesmal allerdings könnten die Kanadier durchaus etwas gesprächsbereiter sein. Denn im Hintergrund macht ein aktivistischer Investor mächtig Druck. Jonathan Litt hält 6,2 Prozent der Anteile an der Hudson's Bay Company.

Seit über einem Jahr läuft er Sturm, HBC solle nach Wegen suchen, um den immensen Wert seiner Immobilien für die Aktionäre freizusetzen. Laut Litt beläuft sich allein der Wert der HBC-Immobilien auf 31 kanadische Dollar je Aktie – fast dreimal so viel wie der aktuelle Aktienkurs von 11,57 kanadischen Dollar.

Das passt!

Das Engagement des umtriebigen Investors zeigte bereits Wirkung: 2017 verkauften die Kanadier ihren Lord & Taylor's Flagship Store in Manhattan für 850 Millionen Dollar.

Der Verkauf der Kaufhof-Immobilien an Karstadt wäre vor diesem Hintergrund zwar weniger prestigeträchtig – würde aber voll in das neue Konzept der Hudson's Bay Company passen.