Beteligungen

Warren Buffett

Die Anlagelegende stellt die Weichen Wer wird Warren Buffetts Nachfolger?

Stand: 01.03.2015, 13:17 Uhr

Das weiß im Moment nur der Meister selbst, wie er am Wochenende bekannt gab. Für seine Holding Berkshire Hathaway erwartet er, dass sein Nachfolger es schwerer haben wird. Er präsentierte für 2014 eine gemischte Bilanz.

Die Frage, wer den mittlerweile 84-Jährigen an der Spitze seiner Beteiligungsholding Berkshire Hathaway beerben wird, ist geklärt. Zumindest für den Meister selbst, wie er am Samstag mitteilte: "Der Verwaltungsrat und ich glauben, dass wir jetzt die richtige Person haben, die mich als Chef ersetzen kann - einen Nachfolger, der den Job antreten kann am Tag, nachdem ich gestorben oder zurückgetreten bin."

Charles Munger, Vice Chairman (l.) und CEO Warren Buffett von Berkshire Hathaway

Charles Munger, Vice Chairman (l.) und CEO Warren Buffett von Berkshire Hathaway.

Aktionäre und Öffentlichkeit werden sich aber noch gedulden müssen, auf wen die Wahl gefallen ist, denn Buffett behielt seine Entscheidung für sich. Der bereits 91-jährige Vizechef Charlie Munger lobte aber die Arbeit der beiden Manager Chris Abel, 52 Jahre alt, und Ajit Jain, 63 Jahre. Es könnte also auf eine interne Lösung hinauslaufen.

An den Märkten wird schon seit längerem darüber spekuliert, wer das Erbe Buffetts an der Spitze der 363 Milliarden Dollar schweren Gesellschaft antreten wird. Buffett selbst hatte schon im Jahr 2012 die Diskussion eröffnet als er erklärte, er sei an Prostata-Krebs erkrankt. Festgelegt hatte er sich aber nie.

Nicht mehr so große Sprünge

Buffett, der im Mai 50 Jahre an der Spitze des Unternehmens steht, erwartet, dass sein Nachfolger das Unternehmen mindestens ein Jahrzehnt lang führen wird. Aber er wird es nicht mehr so leicht haben, die Wachstumsraten dürften in den nächsten 50 Jahren (!) magerer ausfallen. Der Konzern sei mittlerweile so riesig geworden, dass es allein deswegen nicht mehr so große Sprünge geben könne, erklärte Buffett.

»Ich denke, Berkshire wird sich besser schlagen als die durchschnittliche amerikanische Firma, aber der Vorteil, wenn es ihn denn gibt, wird nicht mehr so groß sein.«

Knapp 20 Milliarden Dollar Jahresgewinn

Die Diskussion um seinen Nachfolger hat die Berkshire-Jahreszahlen für das abgelaufene Jahr fast in den Hintergrund gedrängt. Sie fielen gemischt aus, denn vor allem im vierten Quartal lief es nicht so gut für die Firma - was natürlich bei Berkshire Hathaway immer eine relative Betrachtung ist.

Zwischen Oktober und Dezember sank der Nettogewinn auf "nur noch" 4,16 Milliarden Dollar nach 4,99 Milliarden im Vorjahr. Der Umsatz stieg um drei Prozent auf 48,26 Milliarden Dollar. Buffett räumte auch Fehler ein, etwa das er zu lange am Tesco-Engagement festgehalten habe. Der britische Einzelhändler verliert derzeit Marktanteile an Discounter und ist von einem Bilanzskandal erschüttert. Das kostete Berkshire 444 Millionen Dollar.

Im Gesamtjahr lief es besser. Der Jahresüberschuss stieg um zwei Prozent auf 19,87 Milliarden Dollar, operativ legte das Ergebnis sogar um neun Prozent zu. Buffett baute die einstige Textilfirma in ein Konglomerat um, das aktuell in über 80 Geschäftsbereichen engagiert ist. Darunter die Sektoren Energie, Lebensmittel, Bekleidung oder Immobilien. Für rund 117 Milliarden Dollar hat BuffettAktien im Depot.

Das Orakel von Omaha

Größte Beteiligungen sind American Express, Wells Fargo, Coca-Cola und IBM. Sie stehen für etwa 60 Prozent des Portfolios. Das Unternehmen verfügt über Barbestände von 63,27 Milliarden Dollar. 2013 kaufte sich Buffett für 12,25 Milliarden Dollar beim Ketchup-Hersteller Heinz ein, sein bisher letzter großer Deal.

Berkshire Hathaway A: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Wegen seines guten Riechers für Übernahmen trägt Buffett auch den Namen "das Orakel von Omaha" - der eigenwillige Milliardär, der zu den reichsten Männern der Welt gehört, führt sein Milliardenimperium nicht etwa von der Finanzhauptstadt New York aus, sondern vom beschaulichen Omaha aus dem Mid-West-Bundesstat Nebraska. Zu seinen Prinzipien gehört, dass er nichts kauft, was er nicht selbst versteht - damit ist er bisher gut gefahren. Zukünftig will Berkshire auch den deutschen Markt stärker beachten. 2014 wurden 7,8 Milliarden Dollar in 31 Übernahmen gesteckt.

Aktie am Rekordhoch

Wer eine A-Aktie des Unternehmens kaufen will, muss tief in die Tasche greifen. Aktuell 221.180 Dollar pro Anteilsschein muss der Investor auf den Tisch des Hauses legen. Das Papier wurde nie gesplittet, was normalerweis geschieht, um es für Investoren attraktiver zu machen. Buffett hielt nichts davon. Im Dezember wurde bei 229.300 Dollar das bisherige Rekordhoch erreicht.

Trotzdem, es geht auch billiger. Am Markt gibt es auch die B-Aktien, die deutlich preisgünstiger sind. Beide Aktien werden an der New York Stock Exchange notiert und tendierten am Freitag leichter.

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