Pokemon Go App

Erfolg für Niantic und Nintendo Wer spielt eigentlich noch Pokémon Go?

Stand: 05.12.2018, 10:43 Uhr

Vor zwei Jahren versetzte die erste AR-App Millionen Menschen in Begeisterung. Pokémon Go wurde zum Kassenschlager und bescherte der schon totgesagten Nintendo-Aktie neue Rekorde. Und heute? Spielt noch jemand Pokémon Go?

Der große Hype ist zwar vorüber und auch die Medien berichten kaum noch. Doch nach wie vor vertreiben sich Millionen Menschen ihre Zeit mit der gespielten Jagd auf die Taschenmonster. Wie die App-Analysten von "Sensor Tower“ berichten, geben Spieler weltweit täglich immer noch mehr als 1,7 Millionen Euro in der Augmented-Reality-App aus.

Ein Junge hält sein Smartphone mit dem Nintendo-Spiel Pokémon-Go vor ein Notebook

Nintendo-Spiel Pokémon-Go. | Bildquelle: Imago

Allein im September spülte das Spiel 85 Millionen Dollar Umsatz in die Kassen der Muttergesellschaft Nintendo - das beste Ergebnis seit November 2017. Die Zahl der Neuinstallationen verdoppelte sich mit knapp neun Millionen Downloads gegenüber dem Vorjahresmonat. Im ersten Geschäftshalbjahr (bis Ende September) wurden gut 42 Millionen Spiele verkauft, 90 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Deutschland einer der größten Märkte

Zu den größten Märkten des Spiels zählt übrigens Deutschland. Während 34 Prozent respektive 28 Prozent aller Einnahmen aus den USA und Japan stammen, landen die Deutschen mit fünf Prozent bereits auf dem dritten Platz. Auf den Rängen vier und fünf folgen Großbritannien und Taiwan. Alleine in Deutschland sollen bisher umgerechnet gut 81 Millionen Euro Umsatz in die App geflossen sein.

Insgesamt wurde "Pokémon Go" seit seinem Start über eine halbe Milliarde Mal heruntergeladen und hat über zwei Milliarden Dollar umgesetzt. Die erste Milliarde Dollar wurde schon innerhalb von 302 Tagen erreicht. Die Zwei-Milliarden-Marke wurde nach 811 Tagen überschritten.

Pokémon für Switch-Konsole

Damit es den Spielern nicht langweilig wird, versorgt Niantic, die Entwicklerfirma der Pokémon App, die Spieler mit immer neuen Monstern und frischen Ideen. Dieses Jahr wurden beispielsweise Forschungsaufgaben eingeführt, rollenspielartige Sammel-Quests, bei denen seltene Pokémon als Belohnung winken. Und seit Sommer lassen sich in der App Freundschaften schließen, virtuelle Geschenke versenden und Monster tauschen.

Nintendo Switch-Spieler

Nintendo Switch. | Bildquelle: Imago

Im November kam mit „Pokémon: Let's Go, Pikachu/Eevee“ das erste Pokémon-Spiel für Nintendos Switch-Konsole hinzu. Das Spiel erlaubt es, die in Pokémon Go gefangenen Monster zu importieren und gegen andere Artgenossen kämpfen zu lassen. Dadurch könnte das Interesse an Pokémon Go erneut gesteigert werden. Nintendo verkaufte in dem Ende September abgeschlossenen zweiten Geschäftsquartal rund 3,2 Millionen Switch-Konsolen. Bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres im März 2019 wollen die Japaner rund 20 Millionen Switch-Konsolen verkaufen.

Aktie unter Druck

Ob das auch den Hype um Pokémon Go wieder anfachen wird, bleibt abzuwarten. Trotz des anhaltenden Erfolgs des Spiels, ist die Nintendo-Aktie in den vergangenen Monaten heftig unter Druck geraten. Seit dem Jahreshoch im März hat sie rund ein Drittel an Wert eingebüßt.

lg

1/12

Nintendos Geschichte in Bildern Vom Kartenspiel zum Computergame

Japanische Spielkarten Hanafuda (Blumenkarten)

Im Jahr 1889 beginnt Fusajiro Yamauchi in Kyoto mit der Herstellung von "Hanafuda" (Blumen-Karten), japanischen Spielkarten. 1902 werden in Japan die ersten Spielkarten nach westlicher Art für den Export produziert.