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Weiter kein Jahresausblick BASF: Von wegen Erholung

Stand: 29.07.2020, 09:02 Uhr

Die schrumpfende Autoindustrie hat die Geschäfte des Chemieriesen BASF auch im zweiten Quartal belastet. Besserung ist zunächst nicht in Sicht.

"Nach wie vor ist die Corona-Pandemie eine große Herausforderung für uns alle", sagte der Vorstandsvorsitzende Martin Brudermüller bei Vorlage der Zahlen zum zweiten Quartal am Morgen in Ludwigshafen. Angesichts der anhaltend hohen Unsicherheit der wirtschaftlichen Entwicklung gibt BASF weiterhin keine Ziele für das Gesamtjahr 2020 aus.

Der Konzern hatte seine ursprüngliche Prognose bereits Ende April gekippt. "Für das zweite Halbjahr 2020 gehen wir wegen der anhaltenden Corona-Pandemie von hohen Unsicherheiten aus", heißt es in einer Pressemitteilung.

Aktie am Dax-Ende

Danach rechnet BASF im laufenden dritten Quartal mit keiner wesentlichen Verbesserung des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (Ebit) sowie vor Sondereinflüssen gegenüber dem zweiten Jahresviertel. BASF begründete dies mit einer im August generell niedrigeren Nachfrage und der Saisonalität des Agrargeschäfts.

Die Aktie gibt im morgendlichen Xetra-Handel um über vier Prozent nach und ist damit der schwächste Wert im Dax. Der Dax-Konzern hatte bereits vor drei Wochen Eckdaten zum zweiten Quartal vorgelegt.

Nachfrageeinbruch aus der Autoindustrie

Danach schrumpfte der Umsatz zwischen April und Juni im Vergleich zum Vorjahr um zwölf Prozent auf 12,7 Milliarden Euro. Der Konzern führte dies vor allem auf einen Nachfrageeinbruch aus der Automobilindustrie zurück, der wichtigsten Kundengruppe des Konzerns. Hier erwartet das Unternehmen nach früheren Angaben einen Produktionsrückgang von mindestens 20 Prozent.

Besser lief es für BASF hingegen im Geschäft mit Aromainhaltsstoffen, Pharma und Humanernährung. Auch die Pflanzenschutzmittel- und Saatgut-Sparte entwickelte sich etwas besser.

Hohe Abschreibung auf Wintershall Dea

Das um Sondereffekte bereinigte Ebit brach um 77 Prozent auf 226 Millionen Euro ein. Unter dem Strich entfiel auf die Anteilseigner der BASF auch wegen Abschreibungen auf die Beteiligung Wintershall Dea infolge des Ölpreisrutsches ein Verlust von 878 Millionen Euro. Hier hatte vor einem Jahr dank eines Buchgewinns im Zusammenhang mit der Zusammenführung des Öl- und Gasgeschäfts der Tochter Wintershall mit dem Rivalen Dea noch ein dickes Plus von fast sechs Milliarden gestanden.

Bereits vor der Corona-Krise hatte Brudermüller ein Sparprogramm aufgesetzt, um den Konzern profitabler zu machen. Das in diesem Zug geplante Streichen von 6.000 Stellen wurde bereits im April um ein Jahr auf Ende 2020 vorgezogen. 2019 hatte das Unternehmen weltweit bereits 3.100 Jobs abgebaut.

Der BASF-Vorstand erhofft sich von den Maßnahmen eine positive Wirkung auf das Ebitda. Unterdessen soll der Verkauf der Bauchemie-Sparte im dritten Quartal und der des Pigmentgeschäfts im vierten Quartal abgeschlossen werden - vorausgesetzt es liegen alle kartellrechtlichen Zustimmungen vor. Erhöhte Risiken für den Abschluss der Transaktionen aufgrund der Corona-Pandemie sieht das Unternehmen nicht.

lg/rtr/dpa-afx