Mindy Grossman, CEO, Weight Watchers (WW)

Wellness statt Waage Weight Watchers lässt die Buchstaben purzeln

Stand: 25.09.2018, 08:02 Uhr

Weight Watchers nennt sich ab sofort nur noch WW. Das vor allem durch seine Diätprogramme bekannte US-Unternehmen will damit seinen Wandel zum "Wellness"-Anbieter unterstreichen.

Der vor 55 Jahren gegründete Konzern gilt als Pionier im Abnehmgeschäft. Über Jahrzehnte hinweg vertrauten Millionen Menschen bei ihren Bemühungen, Pfunde zu verlieren, auf die Punkte-Methode.

Schlaue Punkte

Chipstüten von Weight Watchers

Weight-Watchers-Teilnehmer zählen sogenannte "SmartPoints", also Punkte, die früher einmal "Points" oder "ProPoints" hießen. Jedes Nahrungsmittel oder Gericht hat einen festen Punkte-Wert, der sich aus den enthaltenen Kalorien und dem Gehalt an Eiweiß, Zucker und gesättigten Fettsäuren errechnet. Dabei besitzen Speisen mit viel Zucker und gesättigten Fettsäuren viele Punkte, eiweißreiche Nahrung dagegen nur wenige.

Radikaler Schnitt

Doch mit seinen Wurzeln will Weight Watchers künftig nur noch bedingt zu tun haben. Die Gewichtsabnahme soll nicht mehr so im Vordergrund stehen, vielmehr Gesundheit und Wohlbefinden, kurz: Wellness.

Um einen solchen Imagewechsel bemüht sich Weight Watchers bereits seit zwei Jahren, nun vollzieht das Unternehmen mit dem Namenswechsel zu WW einen radikalen Schnitt.

"Weltweiter Partner für Wellness"

"Wir haben uns immer dazu verpflichtet gefühlt, das beste Programm zum Gewichtsmanagement anzubieten, jetzt nutzen wir unsere jahrzehntelange Erfahrung und unsere Expertise in der Verhaltensforschung für eine noch größere Aufgabe", erklärte Vorstandschefin Mindy Grossman am Montag.

WW wolle, so Grossman weiter, mit einem breiteren Angebot zum "weltweiten Partner für Wellness" werden - ob Gewichtsreduzierung, gesunder Ernährung, mehr Bewegung, einer positiven Einstellung oder allem zusammen.

Mehr als eine Anzeige auf der Waage

"Die Rolle, die WW im Leben von Menschen spielen kann, geht über eine Anzeige auf einer Waage hinaus", ergänzte die Talkshow-Moderatorin Oprah Winfrey, die seit 2015 Großaktionärin und Verwaltungsrätin der Firma ist.

Oprah Winfrey bei einem Weight Watchers Treffen

Oprah Winfrey bewies mit ihrem Einstieg bei Weight Watchers vor drei Jahren ein geschicktes Anlegerhändchen. | Bildquelle: picture alliance / AP Photo

Übrigens: Punkte müssen auch bei der neuen Weight-Watchers-, Verzeihung: WW-Methode noch gezählt werden: Nur zielt die Punktevergabe künftig mehr auf "gesunde Lebensgewohnheiten" und Sport, weniger aufs reine Kilodrücken.

Wellness für Aktionäre

An der Börse kommt der Namenswechsel gut an: Die Weight-Watchers-Aktie kletterte am Montag im New Yorker Handel um 4,5 Prozent in die Höhe.

Überhaupt bietet das Unternehmen seinen Aktionären schon seit längerem "Wellness" vom Feinsten: Trotz der jüngsten Konsolidierung hat der Titel binnen nur eines Jahres mehr als 70 Prozent zulegen können. Und "zulegen" ist in diesem Kontext absolut positiv gemeint.

ag