Bundesbank-Präsident Jens Weidmann

Weidmann warnt vor digitalem Zentralbankgeld

Stand: 30.05.2019, 09:03 Uhr

Der Präsident der deutschen Bundesbank Jens Weidmann hat sich zurückhaltend zur Einführung von digitalem Zentralbankgeld geäußert. Eine solche Maßnahme "sollte auf jeden Fall wohlüberlegt sein", sagte Weidmann. Digitales Zentralbankgeld berge Gefahren und könnte die Geschäftsmodelle von Banken grundlegend verändern, warnte Weidmann, der auch Mitglied im Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) ist.

Weidmann verwies vor allem auf die Gefahren für die Finanzstabilität im Krisenfall. Mit dem digitalen Zentralbankgeld hätten Investoren eine neue sichere Anlagealternative zur Verfügung. Diese sei aber sehr liquide. Daher könnte im Krisenfall ein "digitaler Bank Run" einsetzen. Im Vergleich zu bisherigen Krisensituationen, in der Anleger schlagartig ihre Bankkonten leer geräumt hatten, könnte ein digitaler Ansturm auf Geschäftsbanken die Lage verschärfen. Eine Krise könnte "schneller und in einem größeren Umfang ablaufen", warnte der Notenbanker.