Aufnahme eines platzenden Luftballons

Techfirmen mehr wert als die Börsen der Eurozone Wehe, wenn diese Blase platzt

Stand: 19.06.2018, 09:44 Uhr

Das ist die Statistik des Tages: Nach der Rally der letzten Wochen hat die Bewertung der acht größten Techunternehmen dieser Welt gigantische Ausmaße erreicht. Sie übersteigt sogar den Wert aller börsennotierten Firmen der Eurozone zusammen. Eine gefährliche Blase?

Zunächst zu den Zahlen: Die an der Wall Street unter der Abkürzung FAAMG+BAT bekannten Firmen Facebook, Amazon, Apple, Microsoft, Google, Baidu, Alibaba und Tencent sind in der vergangenen Woche (Stichtag 12. Juni) zusammen genommen auf eine gigantische Bewertung von fünf Billionen Dollar gestiegen.

Damit ist die Marktkapitalisierung von acht Unternehmen höher als die aller börsennotierter Firmen der Eurozone, haben die Experten von Bank of America Merrill Lynch (BAML) ausgerechnet. Auch die in Tokio notierten Unternehmen Japans bringen deutlich weniger auf die Waage, nämlich 3,6 Billionen Dollar. Lediglich die Marktkapitalisierung aller US-Techfirmen zusammen ist mit 6,6 Billionen Dollar noch etwas höher.

Marktkapitalisierung der größten Tech-Werte im Vergleich

Marktkapitalisierung der größten Tech-Werte im Vergleich. | Bildquelle: BofA Merrill Lynch / Business Insider, Grafik: boerse.ARD.de

Meist gehandelte Werte

Die gigantische Marktkapitalisierung von FAAMG+BAT ist eine Folge der Rally der vergangenen Wochen und Monate. Die Fachleute von Merrill Lynch haben errechnet, dass die acht Firmen der FAAMG+BAT-Gruppe in den zurückliegenden zwölf Monaten zu den meist gehandelten Aktienwerten der Welt gehörten.

Hat sich da eine gefährliche Blase gebildet? Von einer Blase, also einer ungerechtfertigten Überbewertung, wollen die meisten Analysten und Marktexperten nicht sprechen. Für Michael Hartnett, den Chefinvestmentstrategen von BAML, ist die hohe Bewertung der Techfirmen allerdings einer von zehn Gründen, warum Investoren ihr Geld aus diesen Werten jetzt abziehen sollten.

27 Prozent Techwerte

Zudem verweist Hartnett darauf, dass ein Viertel aller von US-Unternehmen ausgewiesenen Gewinne pro Aktie aus der Techbranche stammen. Eine solche Konzentration einer einzelnen Sparte komme nur selten vor und deute auf eine Blase hin. Tatsächlich haben die Techfirmen auch in den Indizes und anderen Ranglisten eine dominante Position erklommen.

So gehören von den 600 im MSCI USA-Index notierten Firmen 27 Prozent zur Techbranche. Und in der Liste der zehn größten Unternehmen weltweit sind nur zwei, Berkshire Hathaway und Exxon, die nicht zu dieser Sparte gehören. Trotzdem bleiben die meisten Analysten bullisch, wollen von einer Überbewertung nichts wissen.

Analysten bleiben bullisch

Den Daten von Bloomberg zufolge haben nur fünf der 199 Analysten, die die FAAMG+BAT-Gruppe verfolgen, eine Verkaufsempfehlung ausgesprochen. Für Apple und Alphabet gibt es derzeit keine einzige Verkaufsempfehlung. Ist also genau deshalb der Zeitpunkt gekommen, aus diesen Werten auszusteigen? Tatsächlich lautet eine der wohl bekanntesten Börsenweisheiten "The Trend is your Friend“. Oder zu Deutsch: Der Trend ist Dein Freund. Allerdings kann sich ein Freund auch ganz schnell zum Feind verwandeln.

lg

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