FiatChrysler-Kombi mit System für autonomes Fahren von Waymo

Tochter von Alphabet Waymo: Partner verzweifelt gesucht

Stand: 12.03.2019, 14:54 Uhr

Nach dem scheinbaren Aus der Gespräche mit Volkswagen ist die auf die Entwicklung autonomer Fahrzeuge spezialisierte Firma Waymo, eine Tochter von Alphabet, nun auf der Suche nach anderen Partnern.

Demnach soll auch Volkswagen unter den Interessenten sein. VW-Chef Herbert Diess dementierte allerdings am Dienstag, jemals eine Minderheitsbeteiligung an Waymo geplant zu haben.

Waymo hat jüngst nach jahrelangen Tests einen ersten Robotaxi-Dienst in einem Vorort der Stadt Phoenix in Arizona gestartet, bei dem die Passagiere für die Fahrten zahlen müssen. Teilnehmen können bisher aber nur ausgewählte Anwohner, erst mit der Zeit soll das Angebot ausgeweitet werden.

Waymo kostet den Google-Mutterkonzern Alphabet viel Geld. Dem kalifornischen Techportal "The Information" zufolge sind es rund eine Milliarde Dollar im Jahr. Dabei beruft sich das Medium auf frühere Mitarbeiter und Manager aus der Branche. Alphabet kann diesen Betrag zwar schultern, verfügt es doch über 100 Milliarden Dollar an Cash. Doch auf Dauer ist das ein unhaltbarer Zustand.

Laserradar ist zu kaufen

Finanzchefin Ruth Porat muss deshalb gegenüber Aktionären immer wieder betonen, dass der Konzern bei den defizitären Töchtern wie Waymo eine strikte Ausgabendisziplin walten lassen werde. Denn nach wie vor bringt das Werbegeschäft von Google das Geld ein, während die anderen Firmen unter dem Konzerndach Alphabet Verluste anhäufen.

Waymo kündigte vergangene Woche bereits an, ein bei der Firma entwickeltes Modell von Laserradaren werde erstmals auch für Partner zu kaufen sein. Mit den auch unter der Bezeichnung Lidar bekannten Laserradaren tasten die Roboterwagen ihre Umgebung ab. Eine finanzielle Beteiligung könnte auch als Anreiz für den Einsatz von Waymo-Technologie dienen.

Erste Tests schon 2009

Google ließ schon seit 2009 Roboterwagen auf kalifornischen Straßen fahren, später wurde die Firma Waymo gegründet, die auf dieser Basis ein Geschäft aufbauen soll. Technologisch gilt Waymo bei Branchenexperten als besonders weit fortgeschritten.

Zugleich arbeiten aber auch Dutzende andere Autohersteller, Zulieferer, Start-ups, Technologieriesen wie Apple und Alibaba an Technik und Software zum autonomen Fahren. Volkswagen kooperiert bei der Roboterwagen-Entwicklung bereits unter anderem mit dem kalifornischen Start-up Aurora. Dessen Mitgründer und Chef ist der ehemalige technische Leiter des Google-Roboterwagenprogramms, Chris Urmson.

VW investiert kräftig

Autokonzerne wie General Motors und Ford übernahmen jeweils die Start-ups Cruise und Argo AI, um ihre Roboterwagen-Entwicklung zu beschleunigen. Dem Wall Street Journal zufolge wollen Volkswagen und Ford, Argo AI als Gemeinschaftsunternehmen führen und damit ihre jüngste Kooperation auch auf die Entwicklung von Roboterautos auszubauen.

Demnach beabsichtige VW, 600 Millionen Dollar in das Unternehmen zu investieren und 1,1 Milliarden Dollar für die weitere Entwicklung zur Verfügung zu stellen. Waymo wiederum sei nicht bereit, eine hohe Beteiligung abzugeben.

lg/rtr/dpa