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Was saugt die Anleger in den Aktienmarkt? Galerie

Wohin mit der vielen Kohle?
Der Dax klettert wieder über 12.500 Punkte, die US-Indizes haben die Corona-Scharte fast wieder ausgewetzt. Der entscheidende Grund dafür ist und bleibt die Liquiditätsschwemme, also die Flut von Rettungspaketen, Hilfsprogrammen und Geldgeschenken, die Staaten und Notenbanken geschnürt haben. Zentralbanken kaufen Anleihen in Billionenhöhe, die Leitzinsen sind auf historisch niedrigem Niveau. Die Märkte werden praktisch mit Liquidität geflutet. "Never fight the Fed", sagen denn auch erfahrene Investoren - auf fallende Kurse zu setzen, kann in solchen Zeiten leicht nach hinten losgehen.

Das Geld will angelegt werden und da Anleihemärkte kaum Renditen abwerfen, erscheinen Aktien alternativlos, wenn man sein Geld vermehren will.

Was saugt die Anleger in den Aktienmarkt? Galerie

Wohin mit der vielen Kohle?
Der Dax klettert wieder über 12.500 Punkte, die US-Indizes haben die Corona-Scharte fast wieder ausgewetzt. Der entscheidende Grund dafür ist und bleibt die Liquiditätsschwemme, also die Flut von Rettungspaketen, Hilfsprogrammen und Geldgeschenken, die Staaten und Notenbanken geschnürt haben. Zentralbanken kaufen Anleihen in Billionenhöhe, die Leitzinsen sind auf historisch niedrigem Niveau. Die Märkte werden praktisch mit Liquidität geflutet. "Never fight the Fed", sagen denn auch erfahrene Investoren - auf fallende Kurse zu setzen, kann in solchen Zeiten leicht nach hinten losgehen.

Das Geld will angelegt werden und da Anleihemärkte kaum Renditen abwerfen, erscheinen Aktien alternativlos, wenn man sein Geld vermehren will.

Ein Mann schaut sorgenvoll

Entlang der Wall of Worry
Ein weiterer Faktor ist, so paradox es klingen mag, die Skepsis vieler Anleger. Denn solange viele Investoren ängstlich und skeptisch bleiben, ist ein Überschießen der Kurse nach oben kaum wahrscheinlich. Dazu ist die Furcht vor Rückschlägen zu groß. Die Investoren scheuen sich, allzu sehr ins Risiko zu gehen und mit vollem Einsatz zu spielen – also sind noch Reserven da, die angelegt werden können.   

Dafür nehmen die Schmerzen und Ängste der Nicht-Investierten, etwas zu verpassen, mit jedem Punktanstieg im Dax und Dow zu, bis letztlich auch sie in den Markt wieder einsteigen. Im Börsenjargon wird dieses Phänomen "Wall of Worry" genannt.

Und die Stimmung ist wirklich mies: Die jüngste Umfrage der American Association of Individual Investors (AAII) hat einen Stimmungseinbruch unter den amerikanischen Privatanlegern offenbart. Die Stimmung ist nahezu so schlecht wie auf dem Höhepunkt der Corona-Krise. An dieser “Wall of Worry” können die Kurse jetzt schön entlang nach oben klettern.

Industrie Kunjunktur

Konjunkturelle Erholung wird eingepreist
Hinzu kommt, dass an der Börse die Zukunft gehandelt wird: Wer eine Aktie kauft, geht davon aus, dass ihr Preis steigen wird. Deshalb ist nicht die aktuelle krisenhafte Situation entscheidend, sondern vielmehr die antizipierte kommende Lage. Und die sieht auch wegen der Rettungspakete nicht so schwarz aus, wie man meinen könnte.

Erste Konjunkturdaten zeigen positive Anzeichen einer Erholung, viele Anleger gehen optimistisch von einer sogenannten V-Erholung aus, also von einem Spiegelbild des vorherigen Absatzeinbruchs.      

Reihen aus Nullen und Einsen fliegen um einen Globus

Tech-Werte boomen
Zu den Treibern der Rally gehören vor allem auch Technologiewerte. Hier sehen die Investoren enormes Wachstumspotenzial, da die Digitalisierung durch Corona womöglich wesentlich schneller passiert als gedacht. Das könnte sich nicht nur positiv auf die Gewinne der Tech-Konzerne auswirken, es könnte auch Raum für neue Geschäftsmodelle schaffen und ihnen zum Durchbruch verhelfen.       

Sektkorken knallt aus einer Flasche

Keiner will etwas verpassen
Auch der Faktor Eigendynamik ist nicht außer Acht zu lassen. Wenn die Kurse einmal richtig ins Steigen geraten sind, möchten Investoren den Trend ungern verschlafen.

Man nennt das "fear of missing out" (FOMO), die Furcht, etwas zu verpassen. Keiner will sich nachsagen lassen, dass er die Zeichen der Zeit verkannt hat, wenn die Konkurrenz über satte Kursgewinne jubelt. "Die Hausse ernährt die Hausse", lautet deshalb eine alte Börsenweisheit.

Warnschild Vorsicht Rutschgefahr!

Vorsicht bleibt geboten
Allerdings zeigen die zum Teil scharfen Rücksetzer der vergangenen Wochen, dass der Weg keineswegs nur nach oben führen muss. Bislang haben die Investoren zwar jeden Rückschlag für eine neue Schnäppchenjagd genutzt. Sollte sich aber erweisen, dass die erhoffte Erholung nicht wie erwartet eintritt oder sollte es sogar zu einer zweiten Infektionswelle kommen, dürfte es wieder rasant abwärts gehen.