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H&M mit Gewinneinbruch Was ist nur mit den Schweden los?

Stand: 28.09.2017, 14:26 Uhr

Bei dem schwedischen Modehändler H&M ist der Wurm drin. Der Aktienkurs hat sich in den letzten zwei Jahren halbiert. Auch heute geht es wieder abwärts. Was ist da los?

Die gesamte Modebranche befinde sich derzeit im Umbruch, sagte H&M-Chef Karl-Johan Persson. Grund sei der Siegeszug des Internets sowie der sich immer schneller wandelnde Geschmack der Kunden. Wirklich?

Tatsächlich ist es die wachsende Konkurrenz von Anbietern wie Zara und anderen Ketten, die dem einstigen Branchenführer aus Schweden das Leben schwer machen. Im Sommer lagen viele Klamotten wie Blei in den Läden. Um die Sachen doch los zu werden, musste H&M kräftige Rabatte einräumen - mit entsprechenden Folgen für die Bilanz.

Rabatte lassen Gewinne schrumpfen

Wie H&M jetzt mitteilte, schrumpfte der Gewinn wegen der kräftigen Preisnachlässe zwischen Juni und August um mehr als ein Fünftel auf 3,8 Milliarden schwedische Kronen (400 Millionen Euro). Der Umsatz legte im dritten Geschäftsquartal um fünf Prozent auf 51,2 Milliarden Kronen zu.

Neben der wachsenden Konkurrenz anderer Anbieter muss auch H&M immer mehr in das Internet und die dazu gehörige Logistik investieren. H&M trage dem Wandel zur Digitalisierung Rechnung und mache online große Fortschritte. 25 bis 30 Prozent der Umsätze werden laut Persson derzeit im Internet erzielt. Gleichzeitig kämen aber immer weniger Kunden in die Läden, räumte er ein. Der Konzernlenker hofft nun auf ein gutes Herbstgeschäft. Die Kollektion sei gut angekommen, sagte er.

Zara ist schneller und profitabler

Ob dies der Wahrheit entspricht oder nur Wunschdenken ist, wird sich am Jahresende erweisen. Fakt ist, dass H&M im ersten Halbjahr sein Ziel, ein Wachstum von 10 bis 15 Prozent zu erreichen, weit verfehlt hat. Bereits im Frühjahr hatten sich die Umsatzerwartungen nicht erfüllt. Damals machte das Unternehmen die Wetterkapriolen verantwortlich. Seltsam nur, dass der Konkurrent Inditex mit seinen Marken Zara, Massimo Dutti, Bershka und Pull & Bear davon weniger betroffen war.

Inditex konnte die Umsätze im ersten Halbjahr um 11,5 Prozent auf 11,7 Milliarden Euro steigern. Ohne neue Filialen lag das Plus bei sechs Prozent. Unter dem Strich stieg der Gewinn um neun Prozent auf knapp 1,4 Milliarden Euro. Dabei lässt Inditex, anders als die Schweden, einen Großteil seiner Kollektion in Europa herstellen.

Das ist kaum teurer, bringt aber trotzdem Vorteile. Denn dadurch können die Spanier schneller auf Trends oder Wetterumschwünge reagieren. So hat Inditex nach eigener Aussage früher als sonst bereits Herbst- und Winterkollektionen verkauft. Dies habe den Umsätzen im August auf die Sprünge geholfen.

lg