Ein GM-Auto mit Technologie von Cruise Automation

GM Cruise im Blick Warum Buffett General Motors-Aktien kauft

Stand: 15.02.2019, 13:18 Uhr

Der legendäre Investor hat seinen Anteil an dem Autokonzern General Motors (GM) weiter ausgebaut. Doch warum gerade General Motors?

Traditionell ist Warren Buffett an Unternehmen interessiert, die hohe Cash Flows, also viele Barmittel erwirtschaften. Das trifft auf General Motors nur teilweise zu. Zwar weist der Konzern einen jährlichen Cash Flow aus operativer Tätigkeit im zweistelligen Milliarden-Dollar-Bereich aus. Doch noch mehr Geld gibt der Konzern mit Sitz in Detroit, Michigan, für Investitionen aus. Der freie Cash Flow ist damit negativ. Für die Aktionäre bleibt damit angesichts des harten Konkurrenzkampfs am Automobilmarkt gar nichts übrig.

Dennoch stockte Buffett seinen Anteil an GM bis Ende 2018 um 19,8 Millionen Aktien auf. Damit hält Berkshire nun 72,3 Millionen GM-Aktien im Wert von 2,4 Milliarden Dollar.

Was also treibt Buffett immer stärker in GM?

Eine attraktive Tochter

Der Grund dürfte die Tochter GM Cruise sein. Das im Jahr 2013 gegründete und drei Jahre später von General Motors gekaufte Unternehmen ist stark im Bereich der selbstfahrenden Autos aktiv.

GM Cruise

GM Cruise. | Bildquelle: Unternehmen

Wie weit GM Cruise bei der Entwicklung von fahrerlosen Autos ist, zeigt der jährliche "Disengagement-Bericht" der kalifornischen Verkehrsbehörde DMV. In diesem steht, wie häufig die Sicherheitsfahrer eingreifen mussten, sobald sich ein autonom fahrendes Auto bei Tests auf öffentlichen Straßen in Kalifornien nicht so verhielt wie gewollt.

Bei GM Cruise war das im Durchschnitt nur alle 8.327 Kilometer der Fall. Damit schnitt die Firma am zweitbesten ab. Sie wurde nur noch von der Google-Schwester Waymo übertroffen, bei der ein Eingreifen alle 17.846 Kilometer nötig wurde. Auf dem dritten Platz lag das Startup Zoox mit gut 3.000 Kilometern.

Und was ist mit den deutschen Herstellern? Beim BMW musste alle 7,3 Kilometer und bei Mercedes-Benz sogar alle 2,3 Kilometer vom Mensch eingegriffen werden - ein Ergebnis wie von einem anderen Stern.

Von einem anderen Stern könnte auch die Bewertung von GM Cruise sein. Zumindest wenn man sich an der Bewertung von Waymo orientiert. Hier werden schon einmal Werte von bis zu 250 Milliarden Dollar genannt. Zum Vergleich: General Motors als Ganzes, also das klassische Autogeschäft und GM Cruise, ist an der Börse derzeit rund 55 Milliarden Dollar wert.

ME

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